Heuchler aller Länder, vereinigt euch in den sozialen Netzwerken! – oder: Warum sich Obama für ein ganz normales Kompliment entschuldigen muß

Auf einer Benefizveranstaltung hat Präsident Obama die kalifornische Generalstaatsanwältin Kamala Harris ausführlich für ihre fachliche Kompetenz gewürdigt. Eine „brillante und zähe Juristin“ sei sie. Das allein wäre vielleicht noch entschuldbar gewesen, aber Obama hätte schon da wissen müssen, daß ein Mann über eine Frau eigentlich gar nicht reden darf. Wenn ein Mann über eine Frau redet, steht er schon mit einem Bein im Gefängnis. Oder zumindest am Pranger der „sozialen Netzwerke“, die sich offenbar für das Gewissen unserer Zeit halten, in Wirklichkeit aber immer mehr zur Pest unserer Zeit werden. Hier herrscht eine Art puritanischer Terrorismus, der immer unerträglicher wird.

Zurück zu Obama: am Ende seiner Würdigung hat der Präsident einen wirklich schlimmen Fehler gemacht. Er hat nämlich gesagt, Kamala Harris sei „die bestaussehende Generalstaatsanwältin im Land“ – im Original:

by far the best-looking attorney general in the country.

So ein Kompliment – denn nichts anderes ist es! – reicht heute schon aus, um in den „sozialen Netzwerken“ einen heuchlerischen Sturm der Empörung zu entfachen.

SEXISMUS, schreien sie. Eine Frau wird nur nach ihrem KÖRPER beurteilt – PFUI TEUFEL! So twittert, bloggt und facebookt es überall. Und eine Bloggerin der Washington Post (hier zitiert) fragt, als sei sie eben vom Mond gefallen, „wann Komplimente über das Aussehen einer Frau erlaubt seien“.

Am besten: überhaupt nicht mehr.

Das Schlimme ist nur, daß der Herr die Menschen „als Mann und Frau“ geschaffen hat. Das war gar nicht gut und brockt uns bis heute nur Ärger ein. Aber man  kann es leider nicht mehr ändern.

Vielleicht, liebe moralinsaure User aller Länder, sollten wir auch im Westen die Ganzkörperverhüllung der Frau einführen. Das würde die meisten Probleme beseitigen. Auch Kamala Harris hätte sich die erniedrigenden und sexistischen Äußerungen ihres Präsidenten nicht anhören müssen, wäre sie auf der Gala im Tschador erschienen.

Als neue Twitter-Themen schlage ich (für den Anfang) vor: #frauen-sind-reine-geistwesen und #isch-abe-gar-keinen-körper.

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