Jede Beziehung ist auf einmal eine Ehe? Ja, spinnt ihr jetzt alle?

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Kauder, inzwischen ein ebenso unberechenbares Chamäleon wie seine Kanzlerin, eine Art Angelus Kaudermerkel also, will auf einmal – so lese ich jedenfalls seine Einlassung – die völlige Gleichstellung von homosexuellen Beziehungen mit der traditionellen Ehe. Das ist eindeutig ein Verstoß gegen Art. 6 des Grundgesetzes, denn nur ein Mann und eine Frau können eine Ehe gründen. Wenn ein Kind dazukommt, spricht man von einer Familie. Diese Definition ist, wie unsere Kanzlerin sagen würde, alternativlos, und wer den Art. 6 des Grundgesetzes anders auslegt, verfälscht ihn. Ehe und Familie, die nach unserer Verfassung unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung stehen, sind – gerade auch nach dem Willen der Väter des Grundgesetzes – eindeutig definiert.

Und das ist gut so.

Kinder brauchen Vater und Mutter, sie brauchen das männliche und das weibliche Prinzip, um zu Menschen heranzureifen, das weiß jeder Psychologe. Wenn sie bei Alleinerziehenden aufwachsen (was ohnehin nur eine – leider oft unvermeidbare – Notlösung ist), dann ist das nicht gut für sie, und wenn sie gleichgeschlechtliche Adoptiveltern haben, verhält es sich nicht anders. Auch wenn sie noch so liebevoll behandelt werden: es fehlt eben doch eines der beiden Prinzipien, das weibliche oder das männliche.

Wie also kommt Kauder dazu, in vorauseilendem Gehorsam allen Ernstes eine homosexuelle Beziehung mit der Ehe gleichzusetzen? Hat ihn die Kanzlerin vorgeschickt, weil sie selbst – wie in den meisten strittigen Fragen – lieber im Hintergrund bleibt? Das Bundesverfassungsgericht hat sich jedenfalls nur mit der Frage der „Sukzessivadoptionen“ befaßt und keineswegs eine neue Auslegung von Art. 6 GG vorgenommen.

Auf das oberste Gericht kann sich Kauder also nicht berufen.

Auch hier zeigt sich wieder, daß die CDU unter Angela Merkel zu einer unberechenbaren, gesichtslosen und (trotz ihrer guten Wahlergebnisse) im Grunde entbehrlichen Partei geworden ist. Sie hat inzwischen fast alle – im guten Sinne! – konservativen Positionen aufgegeben. Auf ihrem Prospekt könnte stehen:

Gemischtwarenhandlung Merkel
Täglich wechselndes Sortiment.

Nur die CSU hält noch hin und wieder am Bewährten fest, aber auch Seehofer ist letztlich ein bloßer Taktiker ohne feste Prinzipien.

Wen soll man also wählen? Ich weiß es nicht. Aber diese CDU unter Merkel und Kauder ganz gewiß nicht.

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