Noch einmal zur Ölpalme

Die Nachrichten aus den Ländern, die noch über nennenswerte Regenwälder verfügen, werden immer dramatischer. Was die großen Holzkonzerne nach ihrem Raubbau stehengelassen haben, macht jetzt den großflächigen Monokulturen der Ölpalme Platz.

Die Organisation Rettet den Regenwald e.V. sammelt seit langem verläßliche Informationen über die Zerstörung dieses einmaligen und unersetzlichen Ökosystems. Was sie in den letzten Monaten zusammengetragen hat, ist deprimierend (alles nachzulesen bei http://www.regenwald.org).

In Kolumbien läßt ein mächtiger Konzern mit Hilfe der Polizei Bauern von ihrem Land vertreiben, um Palmplantagen anzulegen.

In Peru hat ein einheimischer Konzern, dem auch die größte Bank des Landes gehört, von der Regierung die Konzession zum Anbau von Ölpalmen im Amazonasbecken erhalten. Knapp 10.000 ha Regenwald sind seitdem abgeholzt worden. Auch hier werden Kleinbauern vertrieben:

Der intensive Einsatz von Pestiziden und Herbiziden auf den Plantagen verseucht das Wasser und die Böden der Region. Eine erneute nachhaltige landwirtschaftliche Nutzung dieser Flächen ist so auch langfristig nicht möglich.

In Indonesien treibt es Wilmar International, der größte Palmölkonzern der Welt, besonders dreist. Er kann dort offenbar schalten und walten, wie er will, und macht Behörden und Polizei bei der Vertreibung der Bauern zu seinen Handlangern.

Und in Mexiko sollen in den nächsten 10 Jahren im Bundesstaat Chiapas wertvolle und artenreiche Wälder vernichtet und auf einer Fläche von 500.000 ha durch Ölpalmen ersetzt werden.

Aber kehren wir einmal vor der eigenen Haustür. In Deutschland wurde 2008 auf einer Fläche von etwa 1 Million Hektar (!) Raps angebaut. Das sind Monokulturen mit einem hohen Bedarf an Wasser und Stickstoffdünger, und ein großer Teil der Pflanzen, die ein hochwertiges und gesundes Öl liefern, wird als „Öko-Sprit“ in unseren Autos verbrannt.

Jedes Stück Brachland hat eine hundertfach größere Artenvielfalt als das Rapsfeld, in das es dann verwandelt wird. Aber davon redet niemand mehr – es geht ja nur noch um Energie und CO2-Bilanz. Auch bei dieser dramatischen Verengung des Blickwinkels sind die Grünen ganz vor dabei.

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