„Sicherheitsmaßnahmen“ in Tibet

Zum ersten Mal haben sich auch in Lhasa zwei Mönche aus Protest gegen die chinesischen Unterdrücker angezündet (einer von ihnen überlebte schwer verletzt). Im Bericht der Süddeutschen Zeitung heißt es, daß die Behörden daraufhin ihre „Sicherheitsmaßnahmen“ verschärft hätten.

Sicherheitsmaßnahmen? Man sollte als Journalist schon darauf achten, was man da schreibt. Die Chinesen haben also Maßnahmen zur Sicherheit ergriffen – aber: wessen Sicherheit eigentlich? Die Sicherheit der tibetischen Mönche? Oder der Bevölkerung überhaupt? Oder ihrer brutalen Herrschaft über Tibet?

Man muß mit der Sprache schon sehr gedankenlos umgehen, wenn man beim chinesischen Versuch, die alte tibetische Kultur zum touristischen Kasperltheater zu machen und jeden Widerstand gegen diese Willkür polizeilich und notfalls auch militärisch zu brechen, von „Sicherheitsmaßnahmen“ spricht. Es sind Polizei- und Unterdrückungsmaßnahmen, nichts anderes.

Man kann jemanden mit Wörtern niederknüppeln, man kann mit Wörtern aber auch Schlimmes verharmlosen. Also, bitte, liebe Journalisten: achtet auf eure Sprache!

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