Von Darfur nach Damaskus – eine arabische Karriere

Ich hatte vor drei Tagen an dieser Stelle über die Ungeheuerlichkeit berichtet, daß mit Muhammad al-Dabbi ausgerechnet ein treuer Gefolgsmann des sudanesischen Präsidenten al-Baschir zum Leiter der Beobachtermission der Arabischen Liga in Syrien ernannt wurde. Al-Dabbi soll in die Kriegsverbrechen in Darfur verwickelt sein. Amnesty International stellt fest, daß unter seinem Kommando der sudanesische Geheimdienst „für willkürliche Festnahmen und Inhaftierungen, Folter und Misshandlungen zahlloser Menschen im Sudan“ verantwortlich gewesen sei.

Jetzt scheinen sich die schlimmsten Befürchtungen zu bestätigen. Al-Dabbi spazierte durch die von Assads bewaffneten Banden schwer gezeichnete Stadt Homs und sagte dann zu Reportern, es sei ein „ruhiger Tag“ gewesen. Es habe, so zitiert ihn tagesschau.de,

keine Kämpfe gegeben, die Lage beruhige sich, sei nicht beängstigend.

Freilich, verglichen mit Darfur und den Schlachtfesten der Dschandschawid ist die Lage in Syrien wirklich „nicht beängstigend“. Was ist schon die Auslöschung der syrischen Opposition gegen einen regelrechten Völkermord?

Nabil al-Arabi, der Generalsekretär der Arabischen Liga, lobte übrigens, wie man in der Financial Times nachlesen kann, die „sehr breite Erfahrung“, die al-Dabbi zu einer idealen Wahl für diese Mission mache.

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