Ein Kriegsverbrecher als Delegationsleiter?

Da traut man seinen Augen nicht. Die Arabische Liga schickt Beobachter nach Syrien – und wen ernennt sie zum Leiter der Mission? Einen sudanesischen General namens Muhammad al Dabbi.

Dabbi, 63, war von Anfang an ein enger Vertrauter des sudanesischen Präsidenten Umar al-Baschir, gegen den der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag inzwischen einen Haftbefehl wegen Völkermordes, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen im Darfur-Konflikt erlassen hat.

Dabbi hat al-Baschir in vielen Positionen gedient: er war Chef des Militärgeheimdienstes und des Auslandsgeheimdienstes, und er war jahrelang für die Bekämpfung des Aufstandes im Südsudan verantwortlich. Ob er selbst mit internationalem Haftbefehl gesucht wird, ist unklar: der Spiegel verneint es, die F.A.Z. meint in ihren Artikel, daß ein solcher Haftbefehl bestehe. Zu den Hintergründen der Ernennung schreibt die Frankfurter Allgemeine:

Syrische Oppositionelle weisen darauf hin, dass Assad der Beobachtermission erst zugestimmt habe, nachdem die Arabische Liga Dabbi als Leiter der Beobachter nominiert habe. Dabbi unterhält enge Beziehungen zu Sudans Staatspräsident Omar Baschir, der wiederum ein Verbündeter von Assad ist. Außerdem soll Dabbi Verbindungen zu Irans Revolutionsgarden und deren Eliteeinheit der Qods-Brigaden unterhalten.

Ein solcher Mann leitet im Auftrag der Arabischen Liga eine offizielle Mission! Da kann man sich schon denken, was im Abschlußbericht stehen wird.

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