Gendersterne leuchten über der Westerwälder Seenplatte

Heute abend sendet das SWR-Fernsehen die Dokumentation „Naturparadies Westerwälder Seenplatte“. Auf seiner Internetseite schreibt der SWR dazu kurz und bündig:

Das Naturparadies Westerwälder Seenplatte ist ein Dorado für Ornithologen, Wanderer und Naturfreunde.

Die HÖRZU-App macht daraus folgenden Satz, ohne den sich „weibliche Personen“ (oder „Personen, die menstruieren“?) womöglich nur mitgemeint und daher diskriminiert fühlen könnten:

Ein Dorado für NaturfreundInnen ist die Westerwälder Seenplatte.

Das ist schon mal ein bißchen besser. Dem Elektronischen Programmführer unseres Fernsehers bzw. der dazugehörigen Horizon Box war das aber immer noch entschieden zu wenig. Bei ihm heißt es:

Ich will hier gar nicht darüber reden, ob ein Mensch, der so etwas niederschreibt, im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte sein kann. Die Antwort ergibt sich von selbst, wenn man versucht, den Satz einmal laut vorzulesen. Auch über die „SWR Moderatorin“ ohne Bindestrich sei geschwiegen. Merkwürdig ist aber, daß der Autor sich weder an die Wander*innen, noch an die WanderInnen herangetraut hat und statt dessen die alte Doppelform verwendet, die von den fortschrittlichsten Feministinnen kaum mehr verwendet wird. Hat er vielleicht in einem Aufblitzen sprachlicher Nachdenklichkeit gemerkt, daß dadurch von dem männlichen „Wanderer“ nur ein „Wander“ übrigbliebe? Wir werden es wohl nie erfahren.

Die Menschen aber, die in der Westerwälder Seenplatte leben, so verrät er uns am Ende noch,

sind von ganzem Herzen Naturschützer*innen, Naturbeobachter*innen, Naturkreative.

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