Im Trüben phishen

Irgendein Clan von Klein- oder Groß-Ganoven möchte unbedingt an meine Bankdaten kommen und beginnt seine E-Mail, um mein Mißtrauen zu beruhigen, mit diesen freundlich-mahnenden Worten:

Sehr geehrte Damen und Herren,
Aufgrund der aktuellen Situation mit der Pandemie ist es sehr wichtig, zu Hause zu bleiben und ohne die Notwendigkeit, keine öffentlichen Plätze zu besuchen.

Und weiter heißt es dann:

Es ist auch sehr wichtig, dass die Bank Sie bei Fragen jederzeit kontaktieren kann. Dazu benötigen wir Ihre aktuellsten Kontaktdaten.

Solche „Phishing-Mails“ werden sicher millionenfach verschickt, aber die Mühe scheint sich für die Kriminellen zu lohnen, selbst wenn nur ein sehr, sehr kleiner Teil der Adressaten darauf hereinfällt. Dabei konnte man die Fälschung schon immer am schlechten Deutsch erkennen („ohne die Notwendigkeit, keine öffentlichen Plätze zu besuchen“). Leider ist zu befürchten, daß dieses Erkennungsmerkmal bald nicht mehr funktionieren wird: einmal, weil die Betrüger sprachlich dazulernen, vor allem aber, weil immer mehr Deutsche ihre Muttersprache auch nicht besser beherrschen als die nigerianischen oder russischen Phisher.

Dieser Beitrag wurde unter Internet, Sonstiges, Sprache und Literatur veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.