Die Person und seine Verletzungen

Die Polizei Aachen schreibt in einem Polizeibericht vom 26. Mai:

Flüchtige Männer in Aachen festgenommen – Verletzte Person stirbt an seinen Verletzungen.

Da haben wir wieder einmal den Unterschied zwischen dem realen und dem grammatischen Geschlecht. Die Person ist und bleibt grammatisch weiblich, egal ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt. Deshalb hätte es heißen müssen:

Verletzte Person stirbt an ihren Verletzungen.

Auch kaum erträgliche Formulierungen wie „Schülerinnen und Schüler“ oder „Frankfurterinnen und Frankfurter“ beruhen darauf, daß alle, die so einen Unsinn schreiben, noch nie etwas vom generischen Maskulinum gehört haben. Aber man kann das hundertmal sagen: wer vom Sprachfeminismus berauscht ist, den kann man offenbar mit Argumenten nicht mehr erreichen.

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2 Antworten auf Die Person und seine Verletzungen

  1. Quercus sagt:

    Sehr geehrter Lupulus,

    hier nur eine kleine Ergänzung zu Ihrem Beitrag:

    Vertreter des Sprachfeminismus behaupten ja häufig, dass jemand, der z. B. „Schüler“ statt „Schülerinnen und Schüler“ sagt, nur an männliche Schüler denke. Interessanterweise hat die Wirklichkeit diese Behauptung in meiner Gegenwart schon mehrmals widerlegt:

    Beispielsweise habe ich von zweien meiner Bekannten unabhängig voneinander das Wort „Mitglieder – Pause – innen“ gehört. Zunächst wäre da natürlich diese unnatürliche und unschöne Sprechpause mitten im Wort, aber das meine ich hier gar nicht. Ich meine die Form „Mitgliederinnen“, die allein schon deshalb Unfug ist, weil „Mitglied“ ein Neutrum ist. Nach der Argumentationslogik der Sprachfeministen hieße das aber ja, dass man, wenn man „Mitglied“ sagt, nur an männliche Personen denkt. Das aber würde bedeuten, dass der Gedanke an männliche Individuen nicht durch das Genus bestimmt ist, denn dieses ist hier ja eindeutig neutral.

    Ähnliches gilt für das Wort, das Frau Annalena Baerbock von den Grünen letztens bei Anne Will von sich gegeben hat: „Steuerinnenzahler“.

    Hoffentlich erkennen möglichst viele Menschen, welchen Irrweg man einschlägt, wenn man den Vorschlägen der Sprachfeministen folgt. Wenn ich so auf meine Kommilitonenschaft sehe, mache ich mir aber ernste Sorgen, dass dieser Unsinn so schnell kein Ende nehmen wird. Naja, wenigstens meine Schülern werde ich, so gut ich kann, davor bewahren.

    Ich bedanke mich für Ihre Anregungen und freue mich auf die nächsten Beiträge.

    Mit freundlichen Grüßen
    Quercus

    • Lupulus sagt:

      Lieber Quercus,

      ich bin zwar ein durch und durch optimistischer Mensch, der selbst in der Gefahr eher das Rettende sieht; was aber den Sprachfeminismus betrifft, so habe ich wenig Hoffnung auf Änderung. Man muß freilich tun, was man kann, auch wenn nach einer neuen Umfrage mehr als ein Drittel der Deutschen für das Gendern ist. Eine Mehrheit freilich ist (sogar bei den Frauen!) dagegen.

      Besten Dank für Ihre freundlichen Worte und noch einen schönen Pfingstmontag.

      Mit besten Grüßen
      Lupulus.

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