Umweltverbrechen in Ghana – Die Spur führt wieder einmal nach China

Die Organisation „Rettet den Regenwald e.V.“ ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit 1986 für den Erhalt des Regenwaldes einsetzt. Weil er vor allem mit Initiativen vor Ort zusammenarbeitet, bringt er viele Umweltverbrechen ans Licht, über die man anderswo wenig hört.

So zum Beispiel die Zusammenarbeit krimineller Banden in Ghana mit chinesischen Firmen. Afrikanische Tropenbäume der Gattung Dalbergia (Palisander) werden illegal abgeholzt und in unvorstellbaren Mengen nach China verfrachtet. Das hat die Organisation Environmental Investigation Agency (EIA) herausgefunden:

Die Ausmaße der Palisander-Krise sind gewaltig. Mehr als 401.500 Kubikmeter des Holzes – gleichbedeutende mit 23.500 Standardkontainern oder rund 6 Millionen Bäumen – wurden seit 2012 in Ghana illegal gefällt und nach China exportiert. Die Händler verstoßen damit gegen ein nationales Verbot, Palisander-Bäume zu fällen und zu verkaufen, das am 12. März 2019 verschärft wurde. Der Bann soll garantieren, dass kein einziger Palisander-Stamm Ghana verläßt.

Stattdessen haben EIA in Undercover-Recherchen ein „massives, institualisiertes System des Holz-Schmuggels“ aufgedeckt, das durch „hochrangige Bestechung und betrügerische Absprachen ermöglicht wird“.

EIA zufolge fälschen die ghanaischen und chinesischen Händler amtliche Dokumente, deklarieren Holzarten falsch und engagieren „Eskorten“, um Kontrollpunkte zu passieren. Korrupte Beamte verkaufen beschlagnahmte Hölzer bei Schein-Versteigerungen, vergeben betrügerische „Bergungsgenehmigungen“ und erteilen rückwirkend und damit unwirksame Exportlizenzen.

Das Holz ist für China bestimmt und wird dort zu semi-antiken Luxusmöbeln verarbeitet. Der Handel ist kein Geheimnis. Die chinesische Regierung veröffentlicht sogar offizielle Statistiken über die Palisander-Importe. Allein im September 2019 wurden 6.900 Kubikmeter Palisander im Wert von 4,9 Millionen Euro eingeführt.

Kaum ein Land hat in den letzten Jahrzehnten mit seinen legalen und illegalen Importen aus Afrika mehr zur Naturzerstörung und zur Ausrottung von Tieren und Pflanzen auf dem schwarzen Kontinent beigetragen als das kommunistische China. Das, finde ich, sollte auch von unseren Politikern endlich einmal deutlich ausgesprochen werden.

Von den großen Naturschutzverbänden erwarte ich in diesem Zusammenhang nichts, sie sind mit ihrer Energie- und Klimapolitik so ausgelastet, daß ihnen für den Schutz der Natur kaum noch Zeit bleibt.

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