Die Diesel-Lüge – oder: Das Schweigen der Grünen

Es sind keineswegs nur ein paar verschrobene Ärzte, die den Sinn der Brüsseler Grenzwerte für Stickoxide in Frage stellen. Nein, es sind über 100 Lungenfachärzte, die den Vorgaben der EU und der Vereinten Nationen ein vernichtendes Urteil ausstellen.

Auch der ehemalige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP), Prof. Dieter Köhler, bezeichnete entsprechende Studien zur Gefährlichkeit der Dieselabgase als „methodisch fragwürdig“:

Man macht aus einer zufälligen Korrelation eine Kausalität, für die es keine Begründung gibt. Im Gegenteil: Man kann das sogar sehr gut widerlegen.

Der Chefarzt der Lungenklinik in Stuttgart, Martin Hetzel, pflichtet ihm bei:

Es gibt keine Feinstaub- oder NO2-Erkrankung der Lunge oder des Herzens, die man im Krankenhaus antrifft. Es gibt auch keinen einzigen Toten, der kausal auf Feinstaub oder NO2 zurückzuführen wäre. Das ist unseriöser, ideologiegeleiteter Populismus.

Aber dieser grüne Populismus, der sich nicht mehr vor der Wirklichkeit verantworten muß, bezieht seine Stärke in unserem Land eben nicht aus der Realität, sondern aus einem Wolkenkuckucksheim von lauter frommen Wünschen und guten Absichten. Es ist deshalb mehr als verdienstvoll, daß die Wissenschaft wenigstens in diesem Fall die Dinge zurechtgerückt hat.

Aber man muß sich schon fragen: wie kann es sein, daß in unserem Land Grenzwerte der WHO und der EU ungeprüft übernommen werden? Wie kann es sein, daß ein kleiner Verein, der teilweise von einem Konkurrenten der deutschen Autohersteller finanziert worden ist, mit wissenschaftlich ungesicherten Werten tief in die Wirtschaft und den Alltag der Bürger eingreifen kann, ohne daß irgendjemand diesem Treiben ein Ende setzt?

Besonders verwerflich ist das Schweigen der Grünen. Sie waren schon durch ihre energische Befürwortung des Anbaus von „Energiepflanzen“ mitverantwortlich für die Zerstörung der Landschaft durch Mais- und Rapsmonokulturen und den damit einhergehenden dramatischen Artenrückgang in der Tier- und Pflanzenwelt. Gibt man aber auf der Internetseite der Grünen den Suchbegriff „Biodiesel“ ein, kommen gerade einmal fünf Ergebnisse: das jüngste aus dem Jahr 2012. Das Niveau der Diskussion zeigt die Antwort von Renate Künast auf die Anfrage eines Parteimitglieds, warum der Naturschutz bei den Grünen kaum mehr eine Rolle spiele:

Wir haben den Anbau von Energiepflanzen befürwortet, weil sie Potential haben, die Erdölabhängigkeit zu reduzieren und – wenn nachhaltig angebaut – zum Klimaschutz beizutragen. Wir wollen aber im Gegensatz zu Union, SPD und FDP regionale Kreisläufe in Gang setzen und kein neues Geschäftsfeld für die internationale Mineralölindustrie schaffen. Anders als die Bundesregierung halten wir nichts von immer mehr Beimischung bei Kraftstoffen, weil das zur Abholzung von Urwäldern führt. Stattdessen wollen wir ambitionierte Verbrauchsgrenzwerte und effizientere Fahrzeuge.

Was für eine dreiste und zugleich dumme (Nicht-) Antwort! Wie können Mais- und Rapsmonokulturen jemals „nachhaltig“ sein? Weiß Künast nicht, daß diese Monokulturen, die überall in der EU auf den politischen Druck der grünen Parteien zurückgehen, das Artensterben dramatisch verstärkt haben? Muß man das einer Frau in der Chefetage der Grünen erst erklären? Muß man diese Partei erst darauf stoßen, daß sie sich endlich wieder um die Natur, also um die Tiere und Pflanzen in unserem Land kümmert, für die sie vor langer Zeit angetreten ist? Statt dessen schwadroniert Künast in linker Manier über die „internationale Mineralölindustrie“ und (schön weit weg!) die „Abholzung von Urwäldern“. Nein: es geht um unsere Natur hier in Deutschland, die unter aktiver Mithilfe der Grünen immer artenärmer wird.

Aber da kommt nicht einmal ein mea culpa – nur dröhnendes Schweigen.

Und mit dem Grenzwertbetrug ist es genauso. Obwohl das ganze Land darüber diskutiert, daß mehr als 100 Ärzte und Professoren die Brüsseler Grenzwerte für „unseriös“ und „ideologiegeleitet“ halten, wird man auf der Internetseite der Grünen vergeblich nach einer Stellungnahme suchen.

Man kann nur hoffen, daß der Höhenflug dieser Partei, die auch ich früher immer wieder einmal gewählt habe, bald zuendegeht.

Auf Einsicht und Besserung hoffe ich nicht mehr.

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