Gender Studies und die „rechten Kreise“

Die ungarische Regierung, so liest man auf tagesschau.de, will das Fach Gender Studies verbieten. Und Andrej Reisin, der NDR-Redakteur, fragt (hier nachzulesen):

Warum ist das Studienfach vor allem in rechten Kreisen so umstritten?

Zunächst einmal: ich gehöre nun wirklich nicht zu den „rechten Kreisen“. Für mich sind AfD, Pegida und die Neue Rechte (die ja ganz und gar nicht neu ist, sondern allenfalls zur Verkleidung ein neues Mäntelchen angelegt hat!) die größte Gefahr für die Demokratie in unserem Land. Und Viktor Orban und sein Regime sind schon gar nicht meine Freunde.

Ich sehe aber nicht ein, daß der ganze Genderunfug nur deshalb kein Unfug mehr sein soll, weil sich die AfD, wie es ihre Art ist, zum Wählerfang dieser Sache populistisch annimmt. Die Einwände gegen die Gender Studies sind so gravierend, daß man sie nun wirklich nicht mit dem Popanz AfD wegdiskutieren kann.

Hier geht es darum, daß sich dieses „Fach“ nur deshalb an den Hochschulen etablieren konnte, weil Linke und Grüne ihre Macht in Länderparlamenten und Universitäten dazu benutzt haben, aus einer altbackenen, wissenschaftlich fragwürdigen Ideologie ein Universitätsfach zu konstruieren. Nicht um Wissenschaft geht es also, sondern um Macht, Politik und Ideologie.

Jede Wissenschaft – etwa Theologie, Philosophie, die Hirnforschung, auch jede Geisteswissenschaft – muß immer wieder die eigene Wissenschaftlichkeit überprüfen (und tut es auch, wenn sie seriös ist). Ein Fach aber, das die kritische Frage nach seiner Wissenschaftlichkeit nicht mehr stellt oder diese Frage mit politischen oder ideologischen  Argumenten (AfD!) abblockt, weckt zurecht Zweifel.

Auch wenn es dank massiver Unterstützung aus der Politik hunderte oder (weltweit) tausende Professorinnen zu den Gender Studies geben sollte, das alles ist allenfalls ein Zeichen des herrschenden Zeitgeistes. Als Beweis, daß es sich hier wirklich um eine Wissenschaft handelt, taugt es nicht.

Im übrigen, liebe Tagesschau, sind die Gender Studies nicht „umkämpft“, sondern „umstritten“. Das ist nicht dasselbe.

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