Die Digitalisierung der Schule – ein einziger Schmarrn

Gerade habe ich die Meldung gehört, daß in Berlin nur noch gut 30 % der neueingestellten „Lehrer“ eine fachliche Ausbildung haben. „Unterrichten statt kellnern“ – mit diesem Motto, das von Wowereit stammen könnte, sollen Studenten und Fachfremde jeder Art wie von Zauberhand zu Lehrern werden, und das in einer Zeit, in der selbst gut ausgebildete und erfahrene Lehrer in den durch soziale Konflikte und die katastrophale, über alle Maßen dumme Inklusionsentscheidung gebeutelten Klassen vielerorts kaum noch für ein gutes Lernklima sorgen können.

Deutschland schwimmt in Geld, weiß oft nicht einmal, wohin damit – aber für die Schulen bleibt kaum etwas übrig. Allenfalls propagiert man eine völlig überflüssige und nur für die IT-Lobby erfreuliche „Digitalisierung“, für die, wie es aussieht, Milliarden Euro bereitgestellt werden sollen. Als ob nicht die Kinder schon heute von klein auf mit Handy, Tablet und Computer komplett zudigititalisiert würden! Da müßte doch die Schule einen Kontrapunkt setzen: raus mit dem ganzen Digitalkram aus den Klassen und endlich wieder auf das setzen, was Pädagogik eigentlich ausmacht: das Verhältnis des Lehrers zu seinen Schülern, sein Charisma, das unendlich viel wichtiger ist als die ganze Hardware, die man jetzt für viel Geld einkaufen will.

Jeder kann sich selbst davon überzeugen: woran erinnert man sich am ehesten, wenn man an seine Schulzeit zurückdenkt? Es sind fast immer einzelne Lehrer, oft ein bißchen schrullige, eigensinnige Lehrer, deren Begeisterung für ihr Fachgebiet aber ansteckend war. Es sind nicht irgendwelche Geräte oder Unterrichtshilfen, an die man sich erinnert, es sind immer Lehrer. Wenn diese menschliche Beziehung zwischen Lehrern und Schülern nicht zustandekommt, helfen auch die besten Computer nichts, von den lächerlichen Hymnen auf „interaktive Tafeln“ und dergleichen ganz zu schweigen.

Die zutiefst menschliche Beziehung zwischen Lehrer und Schüler ist das A und O des Lernens und damit auch des schulischen Erfolgs.

Alles andere ist nur Beiwerk.

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