Gandhi und die Schreibschrift

In Mahatma Gandhis Autobiographie The Story of My Experiments with Truth, das 1940 in englischer Sprache erschienen ist, habe ich folgenden Absatz gefunden:

I do not know whence I got the notion that good handwriting was not a necessary part of education, but I retained it until I went to England. When later, especially in South Africa, I saw the beautiful handwriting of lawyers and young men born and educated in South Africa, I was ashamed of myself and repented of my neglect. I saw that bad handwriting should be regarded as a sign of an imperfect education. I tried later to improve mine, but it was too late. I could never repair the neglect of my youth.

Ins Deutsche übersetzt:

Ich weiß nicht, wie ich zu der Meinung gekommen war, daß zur Bildung nicht unbedingt eine gute Handschrift gehört, aber ich behielt diese Meinung, bis ich nach England kam. Als ich später, vor allem in Südafrika, sah, was für eine schöne Handschrift junge Männer und Rechtsanwälte hatten, die in Südafrika geboren und ausgebildet worden waren, schämte ich mich und bedauerte meine Nachlässigkeit. Ich begriff, daß eine schlechte Handschrift der Ausdruck einer unvollkommenen Erziehung war. Später versuchte ich, meine Handschrift zu verbessern, aber es war zu spät. Ich konnte die Nachlässigkeit meiner Jugend nicht wiedergutmachen.

Dies den strunzdummen Kultusbürokraten ins Stammbuch geschrieben, die es allen Ernstes ins Ermessen der Lehrer stellen, ob sie den Schülern noch eine ordentliche Schreibschrift beibringen oder nicht.

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