Wie bitte? Rassismus gegen Frauen?

Es war einmal vor langer Zeit, da hatten Wörter noch eindeutige, konkrete und fest definierte Bedeutungen. Nehmen wir das Wort „Rassismus“. Es meinte kurz und bündig eine bösartige Herabsetzung von Menschen, die einer anderen Rasse angehören. Meistens war der Rassismus gegen „Schwarze“ oder „Gelbe“ gerichtet, aber daß es heute auch einen genauso dummen Rassismus gegen „Weiße“ gibt, zum Beispiel in Teilen Afrikas, sollte man nicht verschweigen.

Nachdem das geklärt ist, möchte ich meinen Lesern ein Zitat vortragen, das ich auf einer Seite des von Frau Giffey geleiteten Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend gefunden habe:

STOP! Antimuslimischen Rassismus gegen Mädchen und Frauen

Ich will von dem miserablen Deutsch dieser Überschrift gar nicht groß reden: da der „antimuslimische Rassismus“ hier im Akkusativ steht, müßte das „Stop!“ ja der Imperativ des Verbs „stoppen“ sein; es müßte dann aber, so wie es hier gemeint ist, „Stoppt den antimuslimischen Rassismus“ heißen.

Aber mich interessiert hier etwas ganz anderes: was um Himmels willen ist „Rassismus“ gegen Mädchen und Frauen? Der Satz wäre doch nur sinnvoll, wenn man Frauen tatsächlich als eigene Rasse definierte. Unterscheidet man jetzt eine „weibliche Rasse“ des Homo sapiens von einer „männlichen Rasse“? Und müßte man dann die undifferenzierte, oft fast schon ins Absurde gesteigerte Denunzierung des männlichen Geschlechts etwa innerhalb der #metoo-Bewegung nicht auch als „Rassismus“ bezeichnen, nämlich als Rassismus gegen die „männliche Rasse“?

Und was heißt „antimuslimischer Rassismus“? Sind Muslime eine besondere Rasse, die es zu schützen gilt? Gehöre ich dann der Christenrasse an? Und andere der Rasse der Buddhisten?

Ja, das sind rhetorische Fragen, aber ich will ja auch nur zeigen: wer das Wort Rassismus so einsetzt, wie es viele linke Gruppen tun, trägt dazu bei, daß aus einem sehr konkreten Wort mit einem faßbaren politischen und historischen Inhalt am Ende – ein Schimpfwort wird, und ein ausgesprochen dummes dazu. Die linken Untoten, Zombies, die ihren politischen Tod nach 1968 nicht wahrhaben wollen und genau so dumm wie damals weiterreden, die immer noch im selben fürchterlichen Jargon schreiben wie einst die KPD-ML und die maoistischen Grüppchen, diese Untoten, die man besser mit einem lauten Gelächter vertreiben sollte, kennen nur ideologisch zementierte Wörter.

Das wäre an sich nicht weiter schlimm, viele gesellschaftliche Gruppen haben ihren Kauderwelsch, der nur der internen Verständigung dient, aber dieser linke Slang hat inzwischen Einzug in die Ideologie des gesamten linken und grünen Spektrums unserer Parteienlandschaft (bis weit in die SPD hinein) gehalten. Kaum, daß jemand vom linken Katechismus abweicht, treffen ihn die sprachlichen Hammerschläge: Rassismus! Diskriminierung! Islamophobie (wahlweise auch Ziganophobie! Russophobie! Homophobie)! Und so weiter.

Aber was ist das für eine merkwürdige Gruppe, die sich auf der Seite der Ministerin präsentieren darf? Ihr Leitsatz ist der übliche linke Wischi-Waschi-Jargon, freilich muslimisch eingefärbt:

Gegen (antimuslimischen) Rassismus und Menschenfeindlichkeit!
Für interkulturelle Kompetenz! Für eine multireligiöse und plurale Gesellschaft!

Was sich aber wirklich dahinter verbirgt, kann ich auch nach intensiver Lektüre der Internetseiten nicht sagen. Ich hoffe nur, daß wenigstens Frau Giffey weiß, wen sie da auf ihrer Seite zu Wort kommen läßt.

Der in Frankfurt ansässige Verein nennt sich „RAHMA – Muslimisches Zentrum für Mädchen, Frauen und Familie e. V.“ Er bildet auch „Teamer“ und „Teamerinnen“ aus (was für ein grauenhaftes Sozialarbeiter-Deutsch!):

Unser Ausbildungsprogramm teamRAHMA ist eine mehrtätige Ausbildung, die Dich qualifiziert, Dich zukünftig als Teamerin in der Arbeit gegen antimuslimischen Rassismus zu engagieren. Als Teil vom teamRAHMA wirst Du Workshops mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, insbesondere mit Mädchen und jungen Frauen, leiten, um über Rassismus und Diskriminierung aufzuklären und zu sensibilisieren sowie potentiell Betroffene zu empowern.

Immerhin wissen wir jetzt genau, was eine Teamerin macht: sie empowert Betroffene.

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