Donald Trump und die Tiere

Der Präsident der Vereinigten Staaten hat nach bestätigten Presseberichten verlauten lassen, „einige Migranten“ seien Tiere (hier nachzulesen).

Man kann gar nicht glauben, wie schlimm diese Menschen sind“, wurde Trump nach dem Meeting im Weißen Haus zitiert. „Das sind keine Menschen, das sind Tiere, und wir bringen sie wieder außer Landes.“

Auf den allgemeinen Aufschrei über dieses Vokabular ist er jetzt in der üblichen Weise zurückgerudert: er habe damit nur die Mitglieder der Jugendbande MS-13 gemeint, die in El Salvador ihr Unwesen treibe.

Aber was sagt man eigentlich, wenn man einen anderen Menschen als „Tier“ bezeichnet? Damit ist zumindest impliziert, daß das Tier ein zutiefst verachtenswertes Wesen ist. Schwein, Kuh, Ochse, Sau (die Reihe läßt sich beliebig verlängern) – damit beschimpft man andere Menschen, die man verachtet. „Bestialisch“ nennt man ein Verbrechen, das besonders grausam ist: dabei müßte man es eher „humanisch“ nennen, denn kein Tier handelt bestialisch, es tut einfach, was ihm die Natur vorgegeben hat.

Menschen als Tiere zu bezeichnen, das war in der Geschichte oft der Einstieg in die Vernichtung. Hitler hat in „Mein Kampf“ über den Juden geschrieben:

Er ist und bleibt der typische Parasit, ein Schmarotzer, der wie ein schädlicher Bazillus sich immer mehr ausbreitet.

Damit verglichen sind derbe Stammtischsprüche eher noch harmlos – auch das damals sehr angefeindete Zitat von Ludwig Erhard, als er deutsche Schriftsteller, die sich für einen Machtwechsel aussprachen, als „kleine Pinscher“ beschimpfte.

Ich bin jedenfalls strikt gegen solche Tiervergleiche.

Ich würde nicht einmel Donald Trump als Tier bezeichnen.

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