Der arme Herr Sartor

Der Chef der Essener Tafel wollte nur eine praktische Lösung für ein praktisches Problem finden. Weil sich immer mehr bedürftige Frauen und alte Menschen nicht mehr zur Essensausgabe trauten, ordnete er als vorübergehende Maßnahme an, eine Zeitlang nur deutsche Staatsbürger mit Essen zu versorgen. Es war in der Schlange vor dem Laden immer wieder zu Schubsen und Pöbeleien, vor allem durch junge Männer robusten Charakters mit Migrationshintergrund, gekommen, und wer sich dem nicht aussetzen wollte, blieb weg. Auch den Ehrenamtlichen wurde schon mal der Stinkefinger gezeigt, wenn die gewünschte Sorte Fleisch nicht da war, und älteren Menschen wurde hin und wieder ein Rippenstoß versetzt.

Was sind das – muß man sich fragen – was sind das eigentlich für Menschen, die sich in dem Land, das sie zu Hunderttausenden freundlich aufgenommen hat, benehmen wie die Rüpel? Haben ihre Mütter sie nicht zu Anstand und Höflichkeit erzogen? Man will ja gar nicht von Dankbarkeit gegenüber unserem Land reden, obwohl die nun wirklich angebracht wäre; aber normales Benehmen kann man schon erwarten.

Anders als Hartz IV, Grundsicherung usw. ist das Angebot der Tafeln eine freiwillige Leistung von ehrenamtlichen Helfern. Niemand hat ein Recht darauf, von der Tafel kostenlos Nahrungsmittel zu erhalten, aber wer sich in der Schlange anstellt, hat die Pflicht, sich den anderen gegenüber anständig zu benehmen. Wenn jemand sich nicht einmal an solche Mindeststandards des Zusammenlebens hält, sollte man ihn zeitweise von der Essensausgabe aussschließen. Das wäre auf jeden Fall besser gewesen als ein pauschaler Ausschluß, aber ich sehe auch, daß die Helfer, die schon jetzt am Rand ihrer Kräfte sind, nicht auch noch das Verhalten in der Schlange beobachten und entsprechend eingreifen können.

Es ist traurig genug, daß Menschen, die hier freundlich aufgenommen wurden und zu einem großen Teil noch Jahre von unserem Geld leben werden, so wenig Anstand zeigen. Ein solches Verhalten darf nicht toleriert oder gar belohnt werden.

Die wirklichen, die praktischen Probleme, und wie man sie löst – das interessiert weder die Rechtspopulisten aus dem braunen Dunstkreis noch die linken Schmierfinken, die auf die Ehrenamtlichen losgehen. Beide wollen gar keine praktische Lösung der Probleme, denn sie leben politisch davon, daß die Probleme weiterbestehen.

So sind Ideologen nun einmal. Zu ihnen gehört leider immer öfter auch die Journalistin Dunja Hayali, die auf ihrer Facebookseite folgendes schreibt:

Die Botschaft – weltweit verbreitet -, lautet: Germans First. So wundert es nicht wirklich, dass in der Nacht zu Sonntag die Autos der Essener Tafel und die hintere Eingangstür reflexhaft mit „Fuck Nazis“- Sprüchen beschmiert wurden.

Das ist ja nun wirklich dummes Zeug, es stellt die Wirklichkeit auf den Kopf. Da hat der Chef der Essener Tafel nach vielen Vorfällen und einem fortgesetzten unanständigen Benehmen ausländischer Hilfsbedürftiger die Reißleine gezogen, weil der Staat sich vornehm zurückhält – und damit soll der arme Herr Sartor nach Meinung von Frau Hayali „weltweit“ die Botschaft „Germans first“ verbreitet haben? Das ist lächerlich. Niemand hat so viele Flüchtlinge aufgenommen wie Deutschland, da müssen wir nun wirklich nicht in Sack und Asche gehen.

Und es „wundert nicht wirklich“, wenn Linksextreme jetzt auf die Tafel und ihre Mitarbeiter losgehen? Das klingt, wenn man zwischen den Zeilen lesen kann,  schon ein bißchen so, als seien die Ehrenamtlichen der Essener Tafel mit ihrer Entscheidung selbst daran schuld, daß linke Vandalen über sie herfallen.

Erst recht zeigt Hayalis infamer Vergleich der Essener Ereignisse mit den zynisch-brutalen „Hunger Games“, wie bei ihr die Ideologie über die Wirklichkeit triumphiert.

Nein, es sind die Ideologen von links und rechts, die jetzt Jörg Sartor und seine Mithelfer für ihre Zwecke instrumentalisieren. Das ist – von beiden Seiten! – einfach nur schäbig. Man sollte den Ideologen, auch wenn sie heutzutage großmäulig alle Internetforen mit ihrem Haß beherrschen, nicht auf den Leim gehen, sondern ganz praktisch überlegen, wie man den Tafeln helfen kann, ihre Probleme zu lösen – notfalls eben auch mit einem Ordnungsdienst, der Platzverweise gegen gewalttätige Schubser ausspricht.

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