„Lügenpresse“ – ein Wort von den Dümmsten für die Dümmsten

Es ist schon ein Paradoxon, daß so viele Menschen in den neuen Bundesländern, die doch jahrzehntelang eine echte Lügenpresse erlebt haben, grölend durch Dresden und andere Städte ziehen, unsere vielfältige Presselandschaft verhöhnen und Reporter sogar tätlich angreifen. Und ein noch größeres Paradoxon ist es, daß sie gleichzeitig den Genossen Putin in den Himmel heben, dessen Presse weitgehend zu einem veritablen Lügen- und Propaganda-Apparat verkommen ist, vergleichbar nur mit China und Nordkorea.

Unsere Presse, unsere Radio- und Fernsehsender haben eine Vielfalt, um die uns die ganze Welt beneidet. Wer das nicht glaubt, sollte einmal in Ruhe die amerikanischen und englischen Zeitungen betrachten, von anderen europäischen Ländern wie Italien mit seinen unsäglichen Fernsehsendern à la Berlusconi ganz zu schweigen. Die Presse bedient jede politische Richtung: vom Neuen Deutschland und der taz bis zur Jungen Freiheit und der National-Zeitung, und zwischen diesen Extremen gibt es immer noch eine Fülle von Zeitungen und Zeitschriften von unterschiedlicher Qualität und Seriosität und mit den verschiedensten politischen Ausrichtungen.

Wer auf der Straße voller Haß „Lügenpresse“ brüllt, der will keine vernünftige Diskussion, keinen Wettbewerb der Argumente – er will eine Gleichschaltung der Meinungen, und am besten dünkte es ihm, wenn es nur noch eine gäbe: seine eigene. Jede andere Meinung macht ihn wütend, jeden, der ihm widerspricht, überschüttet er mit seinem Haß. Das gilt erst recht für die Foren im Internet und in den Asozialen Netzwerken. Da wird jeder differenzierende, eher nachdenkliche Beitrag gnadenlos niedergemacht.

Feine Demokraten sind das!

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