Atomkraft – ja bitte! oder: nein, danke?

Die Kanzlerin hat nach Fukushima in einer ihrer einsamen Entscheidungen (es war ihre dümmste und zugleich auf lange Sicht die verhängnisvollste!) die rasche und endgültige Abschaltung aller deutschen Atomkraftwerke verfügt.

Was ich von der Windenergie halte – nämlich nichts! -, habe ich an dieser Stelle oft genug gesagt. Aber Argumente kommen in dieser Diskussion gegen das wohlige Gefühl so vieler Menschen, Vorkämpfer für Natur, Klima und Nachhaltigkeit zu sein, kaum noch an. Und unsere großen Naturschutzverbände, allen voran der BUND, haben ohnehin kaum noch an etwas anderem Interesse als an der Windenergie.

Die Energie-Infrastruktur einer großen Export- und Industrienation wie Deutschland der auf absehbaren Zeit nicht speicherbaren Windenergie anzuvertrauen, hat etwas Wahnsinniges.

Jetzt hat sich die EU-Kommission offenbar für den Ausbau der klimaneutralen Atomenergie in Europa ausgesprochen, und die deutsche Entrüstung ist groß. „Absurd“ nennt Gabriel die Pläne, und die fast unbekannte Umweltministerin spricht von einer „verrückten und unverantwortlichen Idee“. Alle Argumente aus der Mottenkiste der 70er und 80er Jahre werden wieder hervorgeholt, und in ihrer ideologischen Rage merken die Anti-Atom-Aktivisten nicht einmal, daß alle diese Argumente genauso auf die wunderbare Windenergie zutreffen. Eine „kostspielige Energie“ sei die Kernkraft, sagen sie – und zählen nicht zusammen, wieviele Milliarden Euro noch bis in die nächsten Jahrzehnte z.B. durch das EEG an Steuergeldern an die Städte, Gemeinden und die Grundstücksbesitzer verschleudert werden. Der BUND behauptet, die Kernkraftwerke seien überhaupt nicht klimaneutral – und macht eine Rechnung auf, die natürlich vom ersten Spatenstich bis zum späteren Rückbau alles einbezieht.

Bei der Beurteilung der Windkraftanlagen ist man großzügiger. Daß immer mehr getriebelose Anlagen gebaut werden (bis 2020 sollen es 55% sein), die Seltene Erden benötigen, wird allenfalls am Rande erwähnt. Wie ausgerechnet der Abbau dieser Metalle in China das Land großflächig vergiftet, kann man hier nachlesen:

Pro Megawatt Leistung benötigt ein Direktantrieb ca. 200 kg Neodym. Für eine 5MW-Anlage, wie sie etwa in im alpha ventus Windpark vor Borkum eingesetzt wird, wird also eine Tonne Neodym benötigt. Neodym aber ist ohne große Mengen radioaktiven Abfalls nicht zu haben, denn es kommt nur in chemischen Verbindungen vergesellschaftet mit anderen sog. Lanthanoiden vor – und mit radioaktiven Elementen,  z. B. Thorium oder Uran.

Daß also in China ganze Landstriche vergiftet und radioaktiv verseucht werden, damit wir hier in Deutschland unter dem anhaltenden Beifall von Umweltverbänden und Grünen und vielen anderen das Gefühl bekommen, eine ganz besonders natürliche Energie zu benutzen, gehört zu den Treppenwitzen der Weltgeschichte.

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