Ist Homosexualität normal?

Hans-Jürgen Irmer ist stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion in Hessen – und ein rotes Tuch für alle, die links, grün oder rot sind. Es stimmt: er hat schon manchen Unsinn gesagt und geschrieben, für manches davon hat er sich entschuldigt.

Jetzt ist erneut ein Sturm der Entrüstung über ihn hereingebrochen, und zwar wegen eines einzigen Satzes:

Homosexualität ist nicht normal.

Damit hat er ein linksgrünes Tabu gebrochen: die Wörter homosexuell oder schwul dürfen nämlich öffentlich nur mit positiv besetzten Attributen verwendet werden, sonst kommt die linksgrüne Sprachpolizei ins Haus. Sagen darf ich ohne Strafandrohung z.B.:

Schwulsein macht Spaß.
Ich bin schwul, und das ist gut so.
Gay is beautiful.

Aber: „Homosexualität ist nicht normal“? Das geht gar nicht.

Aber sehen wir uns den inkriminierten Satz doch einmal genauer an. Da geht es natürlich um das Wort „normal“, das schon bei den 68ern das Unwort des Jahrhunderts war. Nur nicht normal sein, dachte man damals – normal: das waren die Spießer, die Kleinbürger. Das waren jene, die dem laut skandierten Weckruf „Solidarisieren, mitmarschieren!“ nicht folgen mochten.

Je weniger normal andererseits, umso fortschrittlicher. Die kleinen Gruppen waren das Salz der Erde: die Vorhut der Arbeiterklasse zum Beispiel (das waren natürlich die 68er selbst!), und Minderheiten jeder Art.

Aber was heißt das eigentlich: „normal“?

Normal ist eben kein Schimpfwort, es stellt nur fest, daß etwas nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist. Und wie ist das jetzt bei der sexuellen Orientierung? Was ist da die Ausnahme, was die Regel? Wenn man davon ausgeht, daß zwischen 90 und 95% der Deutschen heterosexuell sind (wirklich verläßliche Zahlen dazu gibt es nicht), dann darf man diese Orientierung doch wohl normal nennen. Und das impliziert, daß eine homosexuelle Orientierung nicht normal ist.

Das sind Fakten, die niemand leugnen kann. Und vor allem: es hat mit Diskriminierung nicht das Geringste zu tun. Man diskriminiert eine Minderheit doch nicht dadurch, daß man sie als Minderheit bezeichnet. Überdies haben sich die Dinge in den letzten Monaten und Jahren fast umgekehrt: die Lesben- und Schwulenverbände haben, mit energischer Unterstützung der Parteien aus dem linken und grünen Spektrum, soviel politischen und sozialen Einfluß gewonnen, daß man fast denken könnte, sie hätten schon die Mehrheit in unserem Land.

Diesem demagogischen Ziel dient übrigens auch die abwegige These, es gebe nicht nur zwei, sondern hundert und mehr biologische Geschlechter. Wenn das wirklich zuträfe, dann wäre die „normale“ Mann-Frau-Beziehung tatsächlich nur eine von unendlich vielen gleichwertigen Möglichkeiten, ja sie würde in diesem Meer von Möglichkeiten gleichsam verschwinden. Und genau das ist das taktische Ziel, das bei dieser kruden Theorie immer wieder durchscheint.

Dagegen hilft nur eines: der gesunde Menschenverstand. Und der sagt mir, daß die ganz normale Verbindung von Mann und Frau, wie sie von der Natur (oder vom lieben Gott oder von wem auch immer) eingerichtet worden ist, der „Normalfall“ bleiben wird, solange es Menschen gibt. Daß darüber überhaupt gestritten wird, zeigt nur eines: die perfekte Lobbypolitik der Schwulenverbände und ihren immer noch wachsenden Einfluß auf die zementierte Ideologie der „fortschrittlichen“ Linken und Grünen.

Also, kurz und bündig: Irmer hat – zumindest diesmal – recht.

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