Erdogan tröstet die Hinterbliebenen des Grubenunglücks – auf eine sehr spezielle Art

Die Türken wollten ihren Ohren nicht trauen, als sich der türkische Ministerpräsident nach dem verheerenden Grubenunglück in Soma zu Wort meldete.

So etwas könne doch „überall auf der Welt“ passieren, sagte er. So etwas gehöre zum Bergbau. Und weiter (hier nachzulesen):

Um die Normalität solcher Unglücke zu unterstreichen zählte Erdoğan Grubenunglücke in Frankreich, China und Indien auf. Bei England ging er ins Detail: „Wenn wir in die Geschichte gehen, sind in England 204 Menschen im Jahr 1862 gestorben. 361 Menschen im Jahr 1866. Wieder in England 290 Menschen im Jahr 1894.“  Zuletzt nannte er ein Unglück bei dem 1963 in Japan 458 Menschen gestorben waren. „In solchen Minen passieren immer wieder solche Unfälle.“

Da hat er wohl seine Mitarbeiter erst einmal googeln lassen.

Liebe Freunde in der Türkei: diesen Ministerpräsidenten habt ihr vor kurzem mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Also: bitte nicht beschweren! Er wird in seiner Amtszeit, da bin ich sicher, noch ganz andere Sachen sagen – und tun. Wer sollte ihn daran hindern? Die Presse und die (früher) unabhängige Justiz, die ihm in den Arm fallen könnten, hat er längst eingeschüchtert oder ausgeschaltet. Jetzt ist er nur noch von Hofschranzen umgeben, und niemand sagt ihm mehr, daß sein „Trost“ noch verheerender ist als das Unglück selbst.

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