„Ein Sturm entfacht“, schreibt Anne Peters in der Rheinischen Post

Gestern sind die Server von WhatsApp stundenlang nicht erreichbar gewesen, und natürlich gab es wieder einen Shitstorm der zornigen User. Das soll uns hier aber nicht interessieren. Interessant ist eher, was Anne Peters von RP Online dazu schreibt:

Auf Twitter entfachte ein Shitstorm.

Ja – deutsche Sprak, swäre Sprak. „Entfachen“ ist ein transitives Verb, es kann nicht leben ohne ein Objekt. Ich kann also ein Feuer entfachen, oder jemand kann in mir eine Leidenschaft entfachen. Aber ein objektloses Dasein fristen – das geht (bei diesem Wort) gar nicht.

Frau Peters, die sich gewählt ausdrücken wollte, meinte wohl: „Auf Twitter entflammte ein Shitstorm.“ Aber der Satz steht immer noch falsch auf der Seite. Und bleibt da wohl bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.

Also, in mir entfacht so etwas zugleich Zorn und Traurigkeit, weil die Sprache – vor allem bei unseren Online-Journalisten – immer schludriger wird. Traurig ist das, weil vor allem junge Menschen (leider!) ihre Informationen eher aus dem Internet als aus einer gedruckten Zeitung beziehen. Sie bringen sich so um eines der schönsten Vergnügen, die das Leben bietet: regelmäßig morgens in der Tageszeitung zu blättern, die interessanten Artikel zu lesen – und dann bestens informiert zu sein.

Aber gerade deshalb, weil das Internet auch als Informationsquelle immer wichtiger wird, müssen Online-Journalisten, wenn sie ihre Verantwortung für die Sprache wahrnehmen, ganz besonders auf ihre Worte achten.

PS: Der Artikel ist inzwischen (Sonntag, 11.45 Uhr) nicht mehr auffindbar, was aber sicher nicht an seiner Sprache, sondern an einer aktualisierten Version liegen dürfte.

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