Noch einmal zum neuen tschechischen Präsidenten Zeman

Nein, neu ist es nicht, daß ein Politiker Wahlen gewinnt, indem er seine Gegner kübelweise mit Schmutz bewirft, aber was da gerade in der Tschechischen Republik passiert ist, geht über alles hinaus, was man von mitteleuropäischen Ländern kennt. Da hat ein Kandidat für das höchste Amt des Staates, Miloš Zeman, ungestraft an die niedersten Instinkte seiner Landsleute appelliert – und das erfolgreich! Die sudetendeutsche Minderheit, auch das ein Wort von ihm, solle doch froh sein, daß man sie damals nur „vertrieben“ und nicht „an die Wand gestellt“ habe. Seinem Konkurrenten, Karl Fürst zu Schwarzenberg, der die Vertreibung – völlig zurecht! – als ethnische Säuberung bezeichnet hat, wirft er vor, wie ein sudeták zu reden, also wie ein Angehöriger der deutschen Minderheit.

Das ist in etwa so, als würde bei uns ein Politiker seine Konkurrenten als Kanaken beschimpfen.

Die österreichische Tageszeitung Die Presse schreibt dazu in einem Kommentar mit der Überschrift „Der Lohn der Niedertracht“ (hier nachzulesen):

Letztlich schaffte es Zeman ins höchste Amt, indem er sich dafür disqualifizierte.

Schäbiger als Miloš Zeman kann man mit dem politischen Gegner und der eigenen Vergangenheit nicht umgehen.

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