Attac(ke)!

Der „frühere Occupy-Aktivist Hajo Köhn“ (so nennt ihn die Frankfurter Rundschau) – er ist übrigens auch Attac-Aktivist -, hat sich auf seine alten Tage den Demonstrationen gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus angeschlossen:

Die Kritik an den Einschränkungen, einer möglichen Corona-App und einer Impfpflicht sei berechtigt, sagt er. Die meisten Menschen, die am Samstag demonstrierten, hätten legitime Fragen und suchten nach Orientierung.

Sie „suchen nach Orientierung“? Das kann man sicher nur von einem kleinen Teil der Menschen sagen, die da zusammengekommen sind. Was sie in die Mikrofone sprechen (oder brüllen), was auf ihren Plakaten steht, das zeigt, daß zumindest jener Teil der Demonstranten, der sich öffentlich artikuliert, seine „Orientierung“ (in Gestalt von einzementierten ideologischen Positionen) schon lange gefunden hat. Was sich da, von Globalisierungsgegnern und Verschwörungstheoretikern über Impfgegner bis hin zu Rechtsextremisten zusammengefunden hat (auch ein Hitlergruß war wieder zu sehen), hat mit demokratischem Diskurs wenig zu tun. Denn dieser Diskurs setzt voraus, daß man den (Meinungs-) Gegner respektiert und zumindest nicht völlig ausschließt, daß er recht und man selbst unrecht haben könnte. So ein Respekt ist freilich von den vielen Wirrköpfen auf den „Corona-Demonstrationen“ nicht zu erwarten.

Deshalb sollte man es sich gut überlegen, mit wem man da Seite an Seite demonstriert.

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