Philosophie für die einfachen Leute?

Der Hessische Rundfunk ist zwar kein „Rotfunk“ mehr, wie man ihn früher genannt hat, aber der linke und grüne Zeitgeist – das zeigen viele Sendungen und Kommentare – hat da schon eine feste Heimstatt. Deshalb wird man sich womöglich über einen Satz gefreut haben, mit dem der Frankfurter Philosophieprofessor Matthias Lutz-Bachmann auf die Frage geantwortet hat, was sich an Adorno kritisieren lasse (nachzulesen auf hessenschau.de):

Das Schwache an ihm ist, dass seine Theorien sehr anspruchsvoll sind und nur wenige Leser in der Lage sind, ihm auch zu folgen. Hier zeigt sich ein Widerspruch. Adorno forderte zwar die Öffnung von Bildungschancen für alle Schichten, aber nicht um den Preis der Herabsetzung des Niveaus. Adorno hat sich auf das Gespräch mit den einfachen Leuten nicht eingelassen. Er blieb in elitären Zirkeln der Universität und der Bildungselite, um dort umso heftiger die Eliten zu kritisieren. 

Da wirft also ein inzwischen betagter Philosophieprofessor Adorno vor, daß er zwar Bildungschancen für alle Schichten fordere, aber – man höre und staune! – „nicht um den Preis der Herabsetzung des Niveaus“. Und, was einen Philosophen nun vollends diskreditiert: er habe sich nicht „auf das Gespräch mit den einfachen Leuten“ eingelassen.

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann dürfte sich über so einen schlichten Satz gefreut haben.

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