„Hej Greta“ – oder: Lasset das Kindlein zu mir kommen!

Der Marburger Oberbürgermeister Thomas Spies (SPD) hat der „Klima-Aktivistin“ Greta aus dem fernen Schweden einen Brief geschrieben. Sogar in schwedischer Sprache!

„Hej Greta“, so beginnt Spies, um sich dann erst einmal vorzustellen: „Jag heter Thomas“. Er stehe einer

weltoffenen, solidarischen Stadt in der Mitte Deutschlands

vor („en rättfram, solidarisk stad“). Greta sei nicht nur für die Jugend ein Vorbild, sondern „für alle, die sich für Menschlichkeit und eine Welt, in der es sich zu leben lohnt, einsetzen“.

Wir wollen in diesem Jahr damit anfangen, zuerst mit den jungen Menschen ins Gespräch zu kommen, die gerade ihre Stimme für den Klimaschutz erheben. Mit ihnen und später mit allen Marburgern wollen wir beraten, was jeder Bürger, was aber auch die Stadt tun kann, um in dieser wichtigen Frage weiterzukommen.

Es wäre uns eine enorm große Hilfe, wenn Du dich bereit erklären würdest, uns zu besuchen.

Jetzt möchte ich nur einmal wissen, auf was für geheimnisvolle Weise der Besuch der kleinen Greta eine so „enorm große Hilfe“ für die Marburgerinnen und Marburger sein kann.

Aber der Brief des Oberbürgermeisters hat nicht nur einen besonders hohen Einschleimungsfaktor, er bringt auch knallharte Fakten:

Mehr als die Hälfte der Menschen hier sind Kinder, Schüler*innen oder Studierende und viele haben sich deinem Schulstreik für das Klima angeschlossen.

Wir mögen es miteinander zu diskutieren, zu protestieren und wir sind eine weltoffene, solidarische Stadt, die Geflüchtete mit offenen Armen willkommen heißt.

Und nicht zu vergessen:

Wir haben viele alte Häuser, ein Schloss auf einem Berg und im Tal einen Fluss, der Lahn heißt.

Na ja, so redet man eben mit einem Kind.

PS: Statt „Kinder, Schüler*innen oder Studierende“ heißt es im Originalbrief übrigens nur „barn, elever eller studenter“. Man sieht, wie weit Schweden da auch sprachpolitisch hinter dem fortschrittlichen Marburger Magistrat zurückbleibt.

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