Der Sultan steckt jetzt auch Kleinkinder ins Gefängnis

Das Schweigen des Auswärtigen Amtes wird fast zu einem größeren Ärgernis als die kriminellen Handlungen des Sultans.

Da wird Meşale Tolu, eine deutsche Journalistin, von den Schergen des Sultans verhaftet und angeklagt, weil sie als Übersetzerin für eine angeblich „linksgerichtete“ Nachrichtenagentur gearbeitet hat. Was „linksgerichtet“ ist, entscheidet natürlich der Sultan persönlich (oder einer seiner Handlanger in der Justiz, die genau wissen, was der Sultan von ihnen erwartet).

Frau Tolu hat ein zweijähriges Kind, das mit ihr im Frauengefängnis Bakirköy eingesperrt wird.

Da fehlen einem die Worte.

Der deutschen Regierung fehlen die offenbar Worte nicht: eine Sprecherin sagte zu dieser Angelegenheit (hier nachzulesen),

deutsche Diplomaten stünden „auf allen Ebenen in ständigem Kontakt mit den Anwälten und natürlich mit der türkischen Regierung, um Verbesserungen zu erreichen“. Am Montag habe ein Mitarbeiter die Inhaftierte zuletzt besucht. „Es ging ihr den Umständen entsprechend gut“, sagte die Sprecherin. Tolu habe dem Prozess „gefaßt“ entgegengesehen.

Kann man sich ein erbärmlicheres Statement zu einer kriminellen Geiselnahme durch den türkischen Sultan vorstellen?

Ich glaube nicht.

PS:  Eines sage ich dir, Sultan – Du wirst nie wieder, ich wiederhole: NIE WIEDER hier in meinem Land eine Rede halten können. Für Leute wie dich haben wir hier die Polizei und die Justiz, sonst nichts. Ich hoffe, daß der internationale Haftbefehl gegen dich bald ausgestellt wird – so wie es bei kriminellen Geiselnahmen üblich ist.

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