Barbarisches auf der Heimfahrt von der Leipziger Buchmesse

Im März waren wir in Leipzig, um endlich einmal auch die sächsische Buchmesse kennenzulernen. Wir waren sehr angetan! In Frankfurt, dessen Buchmesse ich seit mehr als vier Jahrzehnten Jahr für Jahr besuche, geht es vor allem ums Geld, um Lizenzen und Vertragsabschlüsse. Das lesende Publikum wird allenfalls geduldet, man macht es ihm (absichtlich?) schwer: selbst große Verlage haben oft keine Verlagsprospekte für ihre Leser dabei (auf einen ausführlichen Gesamtprospekt von Gräfe & Unzer etwa warte ich seit Jahrzehnten und werde wohl ins Grab sinken, ohne ihn zu bekommen), es gibt – außer in den völlig überteuerten Restaurants und Imbißständen, die schlechtes Essen für teures Geld anbieten – fast keine Sitzgelegenheiten (sollen sie sich doch auf den Boden setzen, die dummen und lästigen Leser!), und am Ende geht man jedesmal schwer beladen und erschöpft nach Hause.

Ganz anders Leipzig! Hier fühlt man sich auch als Besucher wohl, es gibt keine nur für Fachbesucher reservierten Tage, die Gänge sind breit und selbst am Wochenende nicht so überfüllt, daß man nicht mehr vorwärtskommt. Besonders schön ist die Glashalle mit ihren grünen Bäumen und den vielen kleinen Restaurants.

Aber dann die An- und Rückfahrt, wenn man aus dem Rhein-Main-Gebiet anreist! Mit jedem Jahr wird es schlimmer, immer rücksichtsloser werden die Windkraftanlagen in die Landschaft gestellt. Hier ein Bild von unserer Rückfahrt auf der Autobahn, irgendwo im Dreiländereck zwischen Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt:

Spätere Generationen, die von dumpfen linksgrünen Heilsversprechungen nicht mehr umnebelt sind, werden hier (da bin ich sicher) von einem Verbrechen an der Natur, an der Landschaft und an der Menschheit insgesamt sprechen. Daß so wenige Menschen heute dagegen protestieren, stärkt das Vertrauen in die Zukunft der Spezies Homo sapiens nicht.

Dieser Beitrag wurde unter Sprache und Literatur, Windkraftanlagen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.