Die (osmanische) Arroganz der Macht: Erdogans Mann in Bulgarien

Erdogan glaubt, in völliger Verkennung seiner Bedeutung in der Welt, er könne mit der Axt auf alles hauen, was sich ihm in den Weg stellt.

Zu seinen plumpen Angriffen auf den „Westen“ muß man nichts mehr sagen. Aber jetzt geht er in einer ähnlichen Tonlage auch gegen Bulgarien vor. Dort gibt es eine kleine türkische Minderheit (um die 10% sollen es sein) – und dort finden am Sonntag Wahlen statt. Erdogan mischt sich nach Kräften ein.

Sein Botschafter in Bulgarien, ein gewisser Süleyman Gökce, scheint genau so ein Rüpel zu sein wie sein Dienstherr. Das berichtet jedenfalls ein Kenner der diplomatischen Szene in Sofia, wie man in der heutigen F.A.Z. nachlesen kann:

Er benimmt sich wie der Vertreter eines Imperiums und erwartet, von allen Spitzenpolitikern nach kurzfristiger Anmeldung sofort empfangen zu werden. Bekommt er seinen Willen nicht, droht er.

Seine Trinkfestigkeit scheint übrigens so stark ausgeprägt zu sein wie seine Arroganz.

Eine der beiden Parteien der bulgarischen Türken, die Erdogan favorisiert, wird von ihm kräftig unterstützt: durch Besuche türkischer Minister etwa (unter anderem von jener Familienministerin, die von den Niederlanden kürzlich aus dem Land geworfen wurde) und durch ganze Busladungen von Türken, die mit bulgarischem Paß in der Türkei leben und zu den Wahlen nach Bulgarien gekarrt werden.

Auch da gilt Erdogans Alleinvertretungsanmaßung: wo immer auf der Welt Türken leben, da ist die Türkei, und da hat der Sultan das Sagen.

Glaubt er.

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