Deutschland soll lernen, „sich zu benehmen“ – sagt der türkische Außenminister

Ja, so hat es Erdogans Außenminister Cavusoglu tatsächlich gesagt, nachdem zwei türkischen Ministern Wahlkampfauftritte in Deutschland untersagt worden waren.

Deutschland solle lernen, sich zu benehmen.

Nun ist man von Erdogan und seinen Hofschranzen nichts anderes gewöhnt: sie haben offenbar ein extrem gestörtes Verhältnis zur Wirklichkeit. Überall da, wo auch nur ein Türke lebt, so glauben sie, habe der Sultan das Sagen. Da kann sich ein türkischer Minister getrost selbst einladen, Wahlkampf machen und sich mit orientalischer Überheblichkeit über alle Grenzen des Rechts und des Anstands hinwegsetzen. Wie gesagt, diese Spielart von Großmäuligkeit kennt man, sie kommt offenbar dem Bedürfnis großer Teile der türkischen Bevölkerung nach „Stolz und Ehre“ entgegen.

Viel bedenklicher ist, daß die deutsche Regierung diesem eitlen und unverfrorenen Benehmen des NATO-Mitglieds Türkei nicht entschlossener entgegentritt. Die Türkei ist nun wirklich nicht in der Lage, uns zu belehren: ein Unrechtsstaat auf dem Weg in die Despotie, in dessen Gefängnissen die geistige Elite der Türkei mit falschen, ja absurden Anschuldigungen festgehalten wird, will uns das Benehmen beibringen?

Da erwarte ich nun wirklich eine kräftigere Erwiderung als das leise Lamentieren aus Berlin.

Dieser Beitrag wurde unter Fernsehen und Presse, Islam, Politik, Sprache und Literatur veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert