Was erlaube Erdogan?

So könnte man, im Stile Trapattonis, scherzhaft fragen – aber die Sache selbst ist dafür viel zu ernst. Dieser Despot (denn das ist er geworden!) betreibt offenbar hier in Deutschland ein gut funktionierendes Spionagenetz. Seine Spione, seine Fünfte Kolonne, das sind die Imame der hiesigen Islamverbände, allen voran der Ditib, die seinen Anweisungen folgen wie ein Hündchen seinem Herrn. Auch das beweist wieder einmal, daß der Islam eben nicht einfach nur eine Religion ist: er ist ein Konglomerat, in dem Religion, Politik und geradezu absurde soziale Vorstellungen zu einem fast unauflöslichen Gemisch verbacken sind.

Und noch etwas sieht man: daß nämlich die Loyalität vieler Türken, die hier unter uns leben, nicht unserem Land gehört, sondern Erdogan. Für ihn zu spionieren, das ist für sie kein Verbrechen, sondern eine Herzensangelegenheit. Aber warum leben sie dann hier? Warum ziehen sie nicht heim in Erdogans Reich, wo es doch offenbar so viel schöner ist als in Deutschland?

Unser Justizminister zeigt sich auch in diesem Fall wieder von einer fast unerträglichen Sanftmut. „Wenn sich der Spionageverdacht bestätigt“, sagt Maas, müsse sich die Ditib vorhalten lassen, „zumindest in Teilen ein verlängerter Arm der türkischen Regierung zu sein“.

Was für ein Satz! Als ob nicht seit vielen, vielen Jahren bekannt wäre, daß nicht nur die Ditib, sondern fast alle türkischen Islamverbände für Deutschland, sein Grundgesetz und die freiheitlichen Grundwerte allenfalls papierene Lippenbekenntnisse übrighaben. Im Zweifelsfall, wenn es also wirklich ernst wird, gilt ihre Loyalität allein Erdogan und dem „Türkentum“.

Das wird man sich merken müssen.

PS:  Die Berliner Morgenpost titelt heute: „Razzien gegen Imame belasten deutsch-türkisches Verhältnis“. Es sind also nicht Erdogans Spione, die das Verhältnis der beiden Länder belasten, sondern die „Razzien“ der deutschen Justiz? Eine merkwürdige, fast schon devote Formulierung.

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