Ferguson, Missouri – weiße Bullen, schwarze Opfer?

In Ferguson brennen einmal wieder Häuser, und es sind nicht Weiße, die sie angezündet haben, und auch nicht Polizisten. Es ist ein schwarzer Mob, der Autos und Häuser brandschatzt, Supermärkte plündert und, wie man liest, die Feuerwehr mit Schüssen empfangen hat.

Kann man daraus etwas lernen? Ich meine, ja.

Erst einmal dieses: die Grenze zwischen Täter und Opfer verläuft nicht zwischen Schwarz und Weiß. Das ist nichts anderes als ein dummes Klischee. Es gibt die Kriminalität von Farbigen seit langem, und der Polizist, der Michael Brown erschossen hat, muß nicht die Sünden der ganzen Welt auf sich nehmen. Er hat – mit seinen sechs oder mehr Schüssen – überreagiert, aber eine Grand Jury hat nach dreimonatiger, skrupulöser Verhandlung aller Elemente „keine hinreichenden Beweise für eine Straftat“ feststellen können.

Ist das ein Grund, Häuser anzuzünden und die Existenzen von Mitbürgern zu vernichten? Nein. Denn anders als etwa in Putins Rußland herrscht in den USA der Rechtsstaat. Jede Maßnahme von Behörden kann vor Gericht angefochten, jedes Urteil in der nächsten Instanz korrigiert werden. Dann gibt es eine neue Jury und einen neuen Prozeß. Aber ein Landfriedensbruch ist nun wirklich keine legitime Reaktion gegen ein einwandfrei zustandegekommenes Urteil. Wo kämen wir hin, wenn jeder, der vor Gericht unterliegt oder sonstwie unzufrieden ist, sein Wohnviertel in Schutt und Asche legt?

Mir kommt es manchmal vor, als handelten viele Farbige in den USA ganz so wie viele unserer Muslime: immerfort wollen sie nur die Opfer sein, und die vielen Täter in den eigenen Reihen werden einfach ignoriert.

Im übrigen sollten sich die Medien (auch unsere!) fragen, ob sie in einem solchen Fall gründlich recherchieren oder – mit der plakativen, reißerischen Überschrift „Weißer Polizist tötet unbewaffneten schwarzen Jugendlichen“ – nur holzschnittartige Klischees bedienen wollen.

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