Kunden*innen

Den folgenden Satz zum Coronavirus hat die bayerische Grünen-Vorsitzende Katharina Schulze tatsächlich so gesagt (hier nachzulesen):

Es ist Bürgerinnen- und Bürgerpflicht, daran mitzuwirken, die Ausbreitung zu verlangsamen.

Da denkt man, daß man schon alle feministischen Sprachdummheiten kennengelernt hat, und dann kommt eine Politikerin und redet von einer „Bürgerinnen- und Bürgerpflicht“! Auch eine Grüne müßte erröten, wenn sie einen solchen sprachlichen Unfug von sich gibt.

Ein anderes Beispiel. Die „Rhein-Main–Deponie GmbH“ hat beschlossen, zwei ihrer Wertstoffhöfe bis auf weiteres zu schließen, weil sich dort zu viele Menschen eingefunden haben. In ihrer Stellungnahme heißt es:

Diese Vorsichtsmaßnahme dient dem Schutz der Kunden*innen und Mitarbeiter*innen.

Vergewaltigung ist ein Verbrechen und wird zurecht hart bestraft. Die Vergewaltigung der deutschen Sprache bleibt straffrei. Und der einzige Grund ist, daß ein bestimmtes politisches Milieu (in dem übrigens die Sprachkultur noch nie zuhause war!) sich mächtig genug fühlt, die deutsche Sprache für ihre ideologischen Zwecke zu mißbrauchen.

Es wäre an der Zeit, gegen diesen hunderttausendfachen Mißbrauch, der inzwischen auch das kleinste Dorf in der Provinz erreicht hat, eine Bewegung ins Leben zu rufen, wie es sie für den sexuellen Mißbrauch schon gibt. Unsere Germanisten wären dazu von Berufs wegen verpflichtet, unsere Schriftsteller auch. Aber von beiden ist wenig zu erwarten.

So bleibt uns, denen die Sprache am Herzen liegt, nur eines: sie nach Kräften zu hüten und zu pflegen – und jene, die sie aus ideologischer Dummheit ihrer Schönheit und Eleganz berauben wollen, der verdienten Lächerlichkeit preiszugeben.

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