Der traurige Niedergang der „heute-show“ – Ein Moderator mutiert zum Hansemann

Ich habe die heute-show in den ersten Jahren gern gesehen – sie war intelligent, hatte Witz und spürte Dummheiten in allen politischen Lagern auf.

So muß Satire sein.

Seit Monaten beobachte ich aber mit zunehmendem Verdruß, wie Welke immer mehr zum humorlosen Prediger „fortschrittlicher“ Positionen wird. Bierernst unterstützt er die Ehe für alle, er hält den Popanz „Heimchen am Herd“ hoch, macht Windkraftgegner lächerlich, schimpft auf die Groko, immer wieder auf die Groko. Eigene politische Statements waren früher selten, jetzt ist die Sendung eigentlich in großen Teilen politisches Statement des Moderators, nur ab und zu noch durchsetzt von ein paar Gags.

Das erinnert mich fatal an die Lindenstraße, wo nach wenigen ausgewogenen Jahren Hans Beimer immer mehr zum Sprachrohr Geißendörfers wurde und – als his master’s voice – mit großer Betroffenheitsgeste dessen politische Ansichten aussprechen mußte.

Das haben wir uns damals nicht länger angetan, und auch auf die heute-show kann man getrost verzichten. Es ist kein großer Verlust mehr.

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