Die AfD verteufeln – das wird auf Dauer nicht helfen

In Aschaffenburg findet gerade der Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) statt. Wenn man hört, was deren Vorsitzender, Bernd Lucke, sagt, kann man die haßerfüllten Töne aus den Medien kaum verstehen. Er sagt nämlich Dinge, die eigentlich ins Programm der CDU gehören – freilich: ehe die CDU zum Kanzlerwählverein für Merkel wurde.

Die Kanzlerin nennt er ein Chamäleon – ja, und ist sie das etwa nicht? So wie das Tier seine Farbe wechselt, so wechselt sie ihre politische Richtung. Erst verlängert sie die Laufzeit der Kernkraftwerke, dann schaltet sie alle ab. Sie ist, um Musil zu zitieren, eine „Frau ohne Eigenschaften“. Niemand weiß, woran er mit ihr ist, niemand kann sicher sein, daß sie nicht ihre Meinung von einem Tag auf den anderen ändert. Ihre Entourage hat sie längst so dezimiert, daß nur noch ungefährliche Jasager übrig sind.

Was die AfD zu Europa, ihrem Kernthema, sagt, ist genauso vernünftig. Europa, sagt Lucke (hier nachzulesen), hat sich von seinen Ursprüngen entfernt. Das gilt besonders für den sog. Euro-Rettungsschirm (ESM):

Unsolidarisch ist, was der ESM eigentlich bewirkt: Die Umverteilung von Mitteln der einfachen Sparer und Steuerzahler zur Deckung der Verluste von Banken und institutionellen Finanzinvestoren.

Und: ist das falsch? Ganz und gar nicht! Lucke weiter:

Die EU missachte das Prinzip der Subsidiarität, wenn in Brüssel entschieden werde, wie viel Watt ein Staubsauger haben dürfe, wie die Bürger ihre Zimmer beleuchteten und wie viel Wasser durch die Klospülung fließen dürfe.

Gerade diese Regulierungswut ärgert die Bürger am meisten. Und Lucke fordert:

Deutschland soll ein souveränes Land bleiben, in einem Bund souveräner Staaten, der sich Europäische Union nennt, aber nicht United States of Europe.

Das ist das zentrale Argument der AfD, und es ist ein gutes, ein im besten Sinne konservatives Argument. Noch vor wenigen Jahre hätten das auch die Christdemokraten unterschrieben, aber das war eben – vor Merkel.

Übrigens haben vor dem Tagungsgebäude ewiggestrige „Antifaschisten“ mit „Antifa-Fahnen“ gegen die AfD protestiert. Schon in der Nacht haben sie sich mit dem intelligenten Kommentar „Haut ab“ am Eingangstor verewigt. Es gibt halt auch junge Menschen, die (wenn man sie reden oder mit der Sprühdose sprühen läßt) ganz schön alt aussehen.

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