{"id":9967,"date":"2013-12-15T00:12:13","date_gmt":"2013-12-14T23:12:13","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=9967"},"modified":"2013-12-15T00:17:15","modified_gmt":"2013-12-14T23:17:15","slug":"frauen-maenner-und-noch-478-andere-geschlechter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=9967","title":{"rendered":"Frauen, M\u00e4nner &#8211; und noch 478 andere Geschlechter?"},"content":{"rendered":"<p>Gabriele Wenner, die Leiterin des Frauenreferats der Stadt Frankfurt am Main, hatte zum &#8222;Frankfurter Salongespr\u00e4ch zur M\u00e4dchenarbeit&#8220; geladen. <em>M\u00e4dchenarbeit<\/em> hat \u00fcbrigens nichts mit <em>Kinderarbeit <\/em>zu tun, aber was es genau ist, habe ich noch nicht herausgefunden. Wahrscheinlich sollen <em>M\u00e4dchen<\/em> w\u00e4hrend einer solchen M\u00e4dchenarbeit so lange <em>bearbeitet<\/em> werden, bis sie die Positionen des postmodernen Feminismus vollst\u00e4ndig verinnerlicht haben. Oder &#8211; mit den Worten einer Teilnehmerin des Salongespr\u00e4chs: das Ziel der M\u00e4dchenarbeit sei es,<\/p>\n<blockquote><p>das &#8222;heteronormale Weltbild&#8220; in der Arbeit mit M\u00e4dchen und jungen Frauen nicht zu reproduzieren, sondern den Blick f\u00fcr die Vielfalt m\u00f6glicher Lebensentw\u00fcrfe zu weiten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Aber egal &#8211; in diesem Salongespr\u00e4ch (im Lokalteil der heutigen F.A.Z. besprochen) ging es wieder einmal darum, den an sich ziemlich dummen B\u00fcrger erst einmal aufzukl\u00e4ren. Der glaubt n\u00e4mlich immer noch, es gebe nur M\u00e4nner und Frauen. Aber weit gefehlt! Schon die evangelische Hauspostille\u00a0<em>Chrismon <\/em>hat j\u00fcngst einen &#8222;Biologen und Sozialwissenschaftler&#8220; zu Wort kommen lassen, der &#8211; ganz im Sinne des linksgr\u00fcnfeministischen <em>mainstream &#8211; <\/em>steif und fest behauptet hat, es gebe nicht zwei, sondern &#8222;unz\u00e4hlige&#8220; Geschlechter. Und tats\u00e4chlich: derselbe Schmarrn wurde auch in Frankfurt aufgetischt und wiedergek\u00e4ut.<\/p>\n<p>Eine Vertreterin des Verein &#8222;Lesben Informations- und Beratungsstelle Frankfurt&#8220; sagte in ihrem &#8222;Impulsvortrag&#8220; (was ist das eigentlich???), \u00fcberall werde der Eindruck vermittelt,<\/p>\n<blockquote><p>es gebe nur eine und nur eine richtige Form der Sexualit\u00e4t: die Heterosexualit\u00e4t.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dieser Eindruck wird also \u00fcberall vermittelt? Da\u00df es nur <em>eine<\/em> richtige Form von Sexualit\u00e4t gibt? Da m\u00f6chte ich schon einmal wissen, in welchem Paralleluniversum diese Frau lebt.<\/p>\n<p>In Wirklichkeit ist es n\u00e4mlich gerade umgekehrt: seit Jahren schon besitzen die Lobbyverb\u00e4nde von <em>Lesben, Schwulen, Transsexuellen <\/em>die Lufthoheit \u00fcber der \u00f6ffentlichen Meinung. Wer das Wort &#8222;normal&#8220; verwendet oder gar das Wort &#8222;Familie&#8220; nur f\u00fcr Vater, Mutter und Kind gelten l\u00e4\u00dft, wird sofort als konservativ, geistig zur\u00fcckgeblieben, ja geradezu als ein Wesen aus dem &#8222;tiefsten 19. Jahrhundert&#8220; verunglimpft. Die ver\u00f6ffentlichte Meinung schlie\u00dft sich dem meist blind und ohne die m\u00fchsame Einschaltung der Gro\u00dfhirnrinde an, und auch in der Bev\u00f6lkerung gibt es diesen Angstreflex: nur nicht altmodisch oder konservativ erscheinen!<\/p>\n<p>Ich jedenfalls beuge mich dem Meinungsdruck nicht &#8211; auch wenn Frauenbeauftragte, protestantische Pfarrerinnen, Gr\u00fcne und Frau Schwesig den\u00a0<em>common sense\u00a0<\/em>durch ihre Ideologie ersetzen m\u00f6chten. Ich bestehe darauf, mich auch weiter meines Verstandes zu bedienen, und wenn ich dabei gegen die Mehrheit argumentieren mu\u00df, dann feuert mich das erst richtig an.<\/p>\n<p>Bei Wahlen sollen Mehrheiten entscheiden (und das ist gut so!), aber in der geistigen Auseinandersetzung, im Diskurs kommt es auf die Argumente an &#8211; und sonst auf gar nichts. Auch wenn alle Frauenbeauftragten der Welt derselben Meinung sind, hei\u00dft das noch lange nicht, da\u00df sie auch recht haben.<\/p>\n<p>Die Vertreterin des Frankfurter Lesben-Vereins hat \u00fcbrigens in ihrem &#8222;Impulsvortrag&#8220; ein ganz besonders infames Wort verwendet. Andere Entw\u00fcrfe von Sexualit\u00e4t, sagte sie, w\u00fcrden von den Konservativen diskriminiert oder &#8211; und jetzt kommt es &#8211; &#8222;pseudo-toleriert&#8220;.<\/p>\n<p>Das bedeutet, da\u00df sie sich selbst die Entscheidung anma\u00dft, wer <em>wirklich tolerant<\/em> und wer nur <em>pseudo-tolerant <\/em>ist. Und sie entscheidet das von ihrer hohen Warte aus, von der sie, nat\u00fcrlich im Besitz der Wahrheit, auf uns herabblickt und die Pseudo-Toleranten von den wirklich Toleranten trennt &#8211; die einen ins T\u00f6pfchen, die anderen in Kr\u00f6pfchen. <em> <\/em><\/p>\n<p>Viele Menschen, meinte eine Sozialp\u00e4dagogin in der Salonrunde, seien sich<\/p>\n<blockquote><p>ihres eigenen diskriminierenden Verhaltens und der allt\u00e4glichen Bevorzugung des &#8222;Normalen&#8220; nicht bewu\u00dft.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich lasse mir freilich von keiner Sozialp\u00e4dagogin der Welt verbieten, das, was normal ist (und die Verbindung von Mann und Frau ist nun einmal\u00a0der Normalzustand), dann auch normal zu nennen. Es ist ein \u00fcbler und besonders verwerflicher Kunstgriff, in diesem Zusammenhang gleich von Diskriminierung zu sprechen. Wenn man sich die L\u00e4nder anschaut, in denen Homosexuelle <em>wirklich<\/em> diskriminiert werden, Ru\u00dfland zum Beispiel, die meisten muslimischen Gesellschaften und viele afrikanische L\u00e4nder, dann ist es fast schon unverfroren, sich ausgerechnet hier in Deutschland in einem fort \u00fcber angebliche Diskriminierungen zu beklagen. In Wirklichkeit wird hier die Diskriminierungskeule herausgeholt, um mit ihr jeden Widerspruch gegen die eigene Ideologie im Keim zu ersticken.<\/p>\n<p>Aber das ist in einem bestimmten geistigen Milieu mit seinen zementierten Einstellungen schon lange &#8211; normal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gabriele Wenner, die Leiterin des Frauenreferats der Stadt Frankfurt am Main, hatte zum &#8222;Frankfurter Salongespr\u00e4ch zur M\u00e4dchenarbeit&#8220; geladen. M\u00e4dchenarbeit hat \u00fcbrigens nichts mit Kinderarbeit zu tun, aber was es genau ist, habe ich noch nicht herausgefunden. 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