{"id":9842,"date":"2013-12-01T19:49:37","date_gmt":"2013-12-01T18:49:37","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=9842"},"modified":"2018-11-27T19:03:23","modified_gmt":"2018-11-27T18:03:23","slug":"skurriles-und-merkwuerdiges-aus-dem-koalitionsvertrag-1","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=9842","title":{"rendered":"Skurriles und Merkw\u00fcrdiges aus dem Koalitionsvertrag (1)"},"content":{"rendered":"<p>Die gro\u00dfe Mehrheit der Deutschen meint, so kann man es heute lesen, die Union habe sich im Koalitionsvertrag weitgehend durchgesetzt. So etwas l\u00e4\u00dft sich aber nur behaupten, wenn man nie einen Blick in das Papier geworfen hat.<\/p>\n<p>Wir wollen einmal sehen, was es in diesem sonderbaren dicken Schm\u00f6ker so alles gibt. Zum Beispiel findet man hier folgenden kategorisch klingenden Satz:<\/p>\n<blockquote><p>Wir wissen, dass in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften Werte gelebt werden, die grundlegend f\u00fcr unsere Gesellschaft sind.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wirklich? <em>&#8222;Wir&#8220;<\/em> wissen das also? Also, <em>ich<\/em> wei\u00df das nicht.<\/p>\n<p>Mag sein, da\u00df Gabriel oder Wowereit oder Schwesig da weiter sind als ich. Aber warum sollten gerade in &#8222;gleichgeschlechtlichen Partnerschaften&#8220; Werte gelebt werden, die &#8222;grundlegend f\u00fcr unsere Gesellschaft sind&#8220;? Grundlegend f\u00fcr unsere Gesellschaft ist doch wohl immer noch (hoffentlich!) die ganz normale Familie, also die von fortschrittlichen Menschen so verachtete Verbindung Vater-Mutter-Kind. Im Koalitionsvertrag soll aber mit allen Mitteln, gegen jede Vernunft, die Lebensform einer Minderheit eine Art Heiligenschein erhalten.<\/p>\n<p>Weiter geht&#8217;s:<\/p>\n<blockquote><p>Wir verurteilen Homophobie und Transphobie und werden entschieden dagegen vorgehen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und <em>ich<\/em> verurteile die absurde Ausweitung des psychologischen Begriffs der <em>Phobie<\/em> und werde in meinem Blog auch weiter entschieden dagegen vorgehen. Jeder Hansel glaubt heute n\u00e4mlich, da\u00df er einen Andersdenkenden einer Phobie, also einer psychischen St\u00f6rung, bezichtigen darf. Da ist man, ehe man sich&#8217;s versieht, <em>islamophob<\/em> oder <em>homophob<\/em> oder <em>transphob<\/em> oder\u00a0<em>ziganophob<\/em> \u00a0<em> &#8211; <\/em>obwohl man geistig v\u00f6llig gesund ist. Diese &#8222;Phobien&#8220; sind in der gesellschaftlichen und politischen Diskussion zu einem blo\u00dfen Schimpfwort gegen Andersdenkende verkommen.<\/p>\n<blockquote><p>Wir wenden uns gegen jede Form der Diskriminierung.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wunderbar. Da fehlt nur noch der Satz: <em>Wir sind f\u00fcr den Weltfrieden<\/em>. \u00dcbrigens: gilt das Diskriminierungsverbot auch, wenn an Schulen mit hohem Migrantenanteil in Berlin und anderswo deutsche Sch\u00fcler ohne Migrationshintergrund st\u00e4ndig massiv und brutal beleidigt werden?<\/p>\n<blockquote><p>Migrantenorganisationen haben eine wichtige Br\u00fcckenfunktion. Als Partner der Integrationsf\u00f6rderung werden wir bundesweit t\u00e4tige sachverst\u00e4ndige Organisationen weiter st\u00e4rken, auch durch Multiplikatorenschulungen und finanzielle Unterst\u00fctzung beim Aufbau von Strukturen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Da steht leider nicht, <em>welche<\/em> &#8222;Migrantenorganisationen&#8220; angeblich eine Br\u00fcckenfunktion haben. Alle gro\u00dfen t\u00fcrkischen Islamverb\u00e4nde etwa haben &#8211; leider! &#8211; ganz und gar keine Br\u00fcckenfunktion, ihnen geht es vor allem um die Erhaltung des T\u00fcrkentums. Sie sind mehr oder weniger Handlanger der t\u00fcrkischen Religionsbeh\u00f6rde und k\u00e4mpfen, ganz im Sinne ihres Ministerpr\u00e4sidenten Erdogan (&#8222;Assimilation ist ein Verbrechen&#8220;), <em>gegen<\/em> die Integration. Sie sch\u00fcren immer wieder Feindseligkeiten, statt Br\u00fccken zu bauen.<\/p>\n<blockquote><p>Den vielf\u00e4ltigen Beitr\u00e4gen muslimischer Vereine und Verb\u00e4nde zu unserem Gemeinwesen \u2013 etwa zur Integration muslimischer Zuwanderer und ihrer Nachkommen in unsere Gesellschaft, wie auch zum Dialog zwischen den Kulturen und Religionen \u2013 gilt unsere Wertsch\u00e4tzung und Unterst\u00fctzung.<\/p><\/blockquote>\n<p>Was soll man zu dieser durch nichts begr\u00fcndeten Lobhudelei sagen? Am besten nichts. Hier kommen wie an vielen Stellen im Koalitionsvertrag die blau\u00e4ugigen, beinahe romantischen Islamvorstellungen der SPD zum Ausdruck.<\/p>\n<blockquote><p>Wir wollen Eltern von Kindern mit Migrationshintergrund besser erreichen. Hierzu werden wir ein Bundesprogramm \u201eEltern st\u00e4rken\u201c auflegen, durch das Eltern mit Migrationshintergrund direkt in die Arbeit von Kitas und Schulen einbezogen werden sollen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Viel Freude bei diesem Versuch! Statt ein &#8222;Bundesprogramm&#8220; aufzulegen, sollten Sie lieber jene Lehrer st\u00e4rken (oder doch wenigstens tr\u00f6sten), die seit Jahren unerm\u00fcdlich, aber meist vergeblich versuchen, zu einem Gespr\u00e4ch in die Wohnungen eingelassen zu werden.<\/p>\n<blockquote><p>Auf der Basis der christlichen Pr\u00e4gung unseres Landes setzen wir uns f\u00fcr ein gleichberechtigtes gesellschaftliches Miteinander in Vielfalt ein.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist nun wirklich ein echt schwarzroter Satz, also ein ziemlich fauler Kompromi\u00df. Da wird zwar (wahrscheinlich auf Dr\u00e4ngen der Union) auf die &#8222;christliche Pr\u00e4gung unseres Landes&#8220; verwiesen, aber nur, um gleich darauf dieses spezifisch Christliche gleich wieder in einem &#8222;Miteinander in Vielfalt&#8220; verschwinden zu lassen. Der Text atmet die v\u00f6llige Gleichrangigkeit aller Religionen: der Dialog soll &#8222;mit den christlichen Kirchen, Religionsgemeinschaften und religi\u00f6sen Vereinigungen&#8220; gepflegt werden, und nat\u00fcrlich auch mit den &#8222;freien Weltanschauungsgemeinschaften&#8220; (damit sind wohl die atheistischen Sekten \u00e0 la Giordano-Bruno-Stiftung gemeint). Ich vermisse da nur noch noch esoterische Gruppen &#8211; auch an Voodoo oder animistische Zirkel w\u00e4re zu denken.<\/p>\n<p>Fortsetzung folgt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die gro\u00dfe Mehrheit der Deutschen meint, so kann man es heute lesen, die Union habe sich im Koalitionsvertrag weitgehend durchgesetzt. 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