{"id":9691,"date":"2013-11-13T02:43:45","date_gmt":"2013-11-13T01:43:45","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=9691"},"modified":"2013-11-13T13:16:03","modified_gmt":"2013-11-13T12:16:03","slug":"sensationelle-entdeckung-der-evangelischen-kirche-die-familie-gibts-erst-seit-1945","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=9691","title":{"rendered":"Sensationelle Entdeckung der evangelischen Kirche: die Familie gibt&#8217;s erst seit 1945!"},"content":{"rendered":"<p>Kennen Sie das &#8222;Positionspapier&#8220; der evangelischen Kirche zur Familienpolitik? Ich habe grade mal hineingeschaut und will dem geneigten Leser ein paar S\u00e4tze daraus vorstellen.<\/p>\n<p>Unter der \u00dcberschrift &#8222;Familie und Ehe im Wandel&#8220; findet sich eine Art soziologische Grundlegung:<\/p>\n<blockquote><p>Eine breite Vielfalt von Familienformen ist, historisch betrachtet, der Normalfall. Die b\u00fcrgerliche Familie als Ideal entwickelte sich erst im 18. Jahrhundert durch die Trennung von m\u00e4nnlicher Erwerbswelt und weiblicher Familiensph\u00e4re mit Haushalt und Kindererziehung.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das klingt, mit Verlaub, sehr nach dem marxistischen Kauderwelsch der 60er und 70er Jahre. Aber es kommt noch schlimmer:<\/p>\n<blockquote><p>Dieses Ideal setzte sich zun\u00e4chst langsam und erst nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik als Lebensform f\u00fcr alle durch.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Autor dieser Zeilen ist vermutlich ein Freizeit- und Hobbysoziologe. Aber die Frage bleibt: wie kann ein Mensch einen so haneb\u00fcchenen Unsinn zusammenschreiben? Und wie k\u00f6nnen die Gremien der evangelischen Kirche so etwas absegnen und gegen jede Kritik verteidigen? Hier soll dem Leser offensichtlich mithilfe einer dreisten Geschichtsklitterung suggeriert werden, da\u00df die bunte Beziehungsvielfalt, die von den Autoren des\u00a0Positionspapiers auf Biegen und Brechen als vorbildlich hingestellt werden soll, schon immer da war und sozusagen der geschichtliche Normalfall ist.<\/p>\n<p>Und die &#8222;b\u00fcrgerliche Familie&#8220; hat sich also &#8222;erst nach dem Zweiten Weltkrieg&#8220; als &#8222;Lebensform f\u00fcr alle&#8220; durchgesetzt? W\u00e4re ich ein Lehrer, w\u00fcrde ich zum Autor dieser Zeilen sagen: &#8222;Setzen! Mangelhaft!&#8220; Da wird die Wahrheit auf fast schon groteske Weise verbogen, und zwar aus einem einzigen Grund: man will die Familie ab- und die bunten Patchwork- und Regenbogenbeziehungen aufwerten. Nur deshalb hat die &#8222;breite Vielfalt von Familienformen&#8220; angeblich die ganze Geschichte (bis zum Zweiten Weltkrieg!) bestimmt und soll wohl, nach dem kurzen Intermezzo der &#8222;b\u00fcrgerlichen Familie&#8220;, auch unsere Zukunft bestimmen.<\/p>\n<p>Das Papier ist eine f\u00f6rmlicher und fast h\u00f6hnischer Abgesang der Evangelischen Kirche auf die Familie.<\/p>\n<p>Wer das f\u00fcr eine \u00dcberinterpretation h\u00e4lt, sollte einmal aufmerksam lesen, wie Kirchenleute und die Autoren selbst das Positionspapier interpretieren. Der hessen-nassauische Kirchenpr\u00e4sident Volker Jung etwa, einer der Autoren, wird so zitiert (<a title=\"hier\" href=\"http:\/\/www.ekd.de\/aktuell_presse\/news_2013_07_08_diskussion_orientierungshilfe.html\">hier<\/a> nachzulesen):<\/p>\n<blockquote><p>Die Orientierungshilfe werte die Familie nicht ab, sondern wolle sie neu denken. Die Familie k\u00f6nne nicht auf das kleinb\u00fcrgerliche Ideal aus dem 19. Jahrhundert mit einer festen Rollenverteilung zwischen Mann und Frau reduziert werden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Man beachte die herabsetzenden Ausdr\u00fccke wie &#8222;kleinb\u00fcrgerliches Ideal&#8220;, &#8222;feste Rollenverteilung&#8220;, &#8222;19. Jahrhundert&#8220; usw. &#8211; alles aus der linken Mottenkiste.<\/p>\n<p>Annette Kurschus, Pr\u00e4ses der Evangelischen Kirche von Westfalen, meinte,<\/p>\n<blockquote><p>es d\u00fcrfe nicht ein bestimmtes Bild von Familie zur Norm erhoben werden, weil Menschen sich sonst diskriminiert und ausgeschlossen f\u00fchlten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Aber die ganz normale Familie &#8211; die <em>d\u00fcrfen<\/em> wir nach Herzenslust diskriminieren, nicht wahr? Sie ist ja auch zutiefst kleinb\u00fcrgerlich.<\/p>\n<p>Aus der Bibel, sagt Ulrich Fischer, der Landesbischof von Baden, k\u00f6nne man &#8222;keinesfalls die b\u00fcrgerliche Ehe, wie wir sie heute kennen, ableiten&#8220;. Aber Patchwork, Regenbogen, Homo-Ehe &#8211; das alles <em>kann<\/em> man aus der Bibel ableiten?<\/p>\n<p>&#8222;Die traditionellen\u00a0Leitbilder&#8220;, hei\u00dft es am Ende, &#8222;halten den neuen Herausforderungen in\u00a0Wirtschaft und Gesellschaft &#8230; nicht mehr stand&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Und wie die standhalten!<\/strong><\/p>\n<p>Die traditionelle, von der evangelischen Kirche als &#8222;kleinb\u00fcrgerlich&#8220; diffamierte Familie ist n\u00e4mlich eine der gr\u00f6\u00dften kulturellen Leistungen der Menschheit. Und die evangelische Kirche wirft sie weg, um sich wieder einmal &#8211; wie so oft in ihrer neueren Geschichte &#8211; dem Zeitgeist anzupassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kennen Sie das &#8222;Positionspapier&#8220; der evangelischen Kirche zur Familienpolitik? Ich habe grade mal hineingeschaut und will dem geneigten Leser ein paar S\u00e4tze daraus vorstellen. Unter der \u00dcberschrift &#8222;Familie und Ehe im Wandel&#8220; findet sich eine Art soziologische Grundlegung: Eine breite &hellip; <a href=\"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=9691\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-9691","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-christentum"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9691","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9691"}],"version-history":[{"count":11,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9691\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9713,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9691\/revisions\/9713"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9691"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9691"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9691"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}