{"id":9441,"date":"2013-10-11T10:37:41","date_gmt":"2013-10-11T08:37:41","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=9441"},"modified":"2013-10-11T10:37:41","modified_gmt":"2013-10-11T08:37:41","slug":"das-limburger-dioezesanzentrum-eine-optische-bereicherung-der-stadt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=9441","title":{"rendered":"Das Limburger Di\u00f6zesanzentrum &#8211; eine &#8222;optische Bereicherung&#8220; der Stadt?"},"content":{"rendered":"<p>Die Stadt Limburg hat sich jetzt im Streit um das neue &#8222;Di\u00f6zesane Zentrum&#8220; des Bischofs Tebartz-van Elst zu Wort gemeldet. Wenn man wei\u00df, da\u00df St\u00e4dte, Gemeinden und B\u00fcrgermeister mit Inbrunst das Geschw\u00e4tz der Architekten nach\u00e4ffen, darf man sich \u00fcber die Einlassungen der Sprecherin der Stadt Limburg\u00a0 nicht wundern.<\/p>\n<p>Alle bisher ver\u00f6ffentlichten Bilder zeigen, da\u00df dieses &#8222;Ensemble&#8220; neben einem der sch\u00f6nsten Dome in Deutschland eine Ausgeburt der H\u00e4\u00dflichkeit ist. Die Stadt Limburg ist anderer Meinung &#8211; wei\u00df der Himmel warum.<\/p>\n<p>Es sei &#8222;optisch eine Bereicherung&#8220;, sagt die Sprecherin. Ja, hat sie dieses Machwerk einmal mit offenen Augen betrachtet? Hat sie nicht wahrgenommen, was f\u00fcr eine Dissonanz von ihm ausgeht? Oder hat sie, wie es heute in den Kommunen \u00fcblich ist, die Lyrik des Architekturb\u00fcros kritiklos \u00fcbernommen?<\/p>\n<p>Die meisten Sakralbauten der letzten f\u00fcnfzig, sechzig Jahre sind in ihrem Versuch, &#8222;modern&#8220; zu sein, von geradezu ersch\u00fctternder H\u00e4\u00dflichkeit. Das kann nur bestreiten, wer keinen Sinn mehr f\u00fcr Sch\u00f6nheit und \u00c4sthetik hat. Die Erbauer der alten Dome und Kirchen hatten diesen Sinn noch. Sie haben &#8211; von der gro\u00dfen Kathedrale bis hinab zur Dorfkirche &#8211; Bauten geschaffen, auf denen das Auge heute noch mit Wohlgefallen ruht. Ihnen ist es eben nicht um Extravaganz, um Stilbr\u00fcche, Dissonanzen und Modernit\u00e4t gegangen, sondern um Sch\u00f6nheit und Harmonie.<\/p>\n<p>Warum dieses h\u00e4\u00dfliche, ohne \u00e4sthetische Ma\u00dfst\u00e4be zusammengew\u00fcrfelte &#8222;Ensemble&#8220; (man mu\u00df es in Anf\u00fchrungszeichen setzen, weil ein Ensemble ja gerade eine Harmonie zwischen den einzelnen Teilen voraussetzt) eine Bereicherung f\u00fcr Limburg sein soll, kann ich nicht begreifen. Es ist &#8211; ganz im Gegenteil &#8211; eine Verschandelung, die angesichts des sch\u00f6nen Doms in unmittelbarer N\u00e4he das Auge f\u00f6rmlich beleidigt.<\/p>\n<p>Limburg ist so eine sch\u00f6ne Stadt &#8211; und da mu\u00df man ausgerecht diese architektonische S\u00fcnde als &#8222;optische Bereicherung&#8220; bezeichnen?<\/p>\n<p>Vielleicht liegt es daran, da\u00df das Stadtbauamt als Genehmigungsbeh\u00f6rde w\u00e4hrend der ganzen Bauzeit &#8222;in enger Verbindung mit dem Bauherrn&#8220; gestanden hat. Da mu\u00df man die Sache nat\u00fcrlich ein bi\u00dfchen sch\u00f6nreden. Mit den Baukosten habe Limburg ohnehin nichts zu tun: &#8222;Es liegt in der Hand des Bauherren, welche Materialien er ausw\u00e4hlt.&#8220; Architektonisch sei die Anlage &#8222;durchaus gelungen&#8220; und passe in die Altstadt.<\/p>\n<p>Ob die Sprecherin selbst glaubt, was sie da sagt?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stadt Limburg hat sich jetzt im Streit um das neue &#8222;Di\u00f6zesane Zentrum&#8220; des Bischofs Tebartz-van Elst zu Wort gemeldet. 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