{"id":8033,"date":"2013-02-12T08:42:30","date_gmt":"2013-02-12T07:42:30","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=8033"},"modified":"2013-02-12T08:42:30","modified_gmt":"2013-02-12T07:42:30","slug":"wir-waren-papst-benedikt-xvi-tritt-zuruck","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=8033","title":{"rendered":"Wir waren Papst &#8211; Benedikt XVI. tritt zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>Die Nachricht ist f\u00fcr alle \u00fcberraschend gekommen. Ist es eine gute oder eine schlechte Nachricht?<\/p>\n<p>F\u00fcr alle, die an &#8222;Katholikenphobie&#8220; leiden (ein zutreffendes, aber sprachlich nicht sehr gelungenes Wort von Kardinal Meisner), ist es sicher eine gute Nachricht. Der alte (und altmodische) Mann in Rom hat sich jeder Korrektheit verweigert. Ja, er ist auch da hart geblieben, wo die katholische Kirche das Dogma \u00fcber die N\u00e4chstenliebe gestellt hat: bei Geschiedenen und Wiederverheirateten und beim Dauerthema Verh\u00fctung. Hier hat sich die katholische Kirche selbst und ohne jeden plausiblen Grund ins Abseits gestellt. Am verh\u00e4ngnisvollen Irrweg, der mit der Enzyklika &#8222;Humanae vitae&#8220; Pauls VI. begonnen hat, hat er leider festgehalten. Wenn n\u00e4mlich die Liebe &#8211; wie Benedikt es in seiner ersten Enzyklika &#8222;Deus caritas est&#8220; (Gott ist Liebe) herausgearbeitet hat &#8211; ins Zentrum des Glaubens geh\u00f6rt, dann verbietet es sich, an die Menschen Ma\u00dfst\u00e4be anzulegen, denen nicht einmal Heilige gen\u00fcgen. Da, wo es um Sexualit\u00e4t, Ehe, Scheidung geht, driftet das sonst so realistische Menschenbild der katholischen Kirche in eine moralische Rigorosit\u00e4t ab, die man einfach nicht guthei\u00dfen kann. Nicht eine eine einzige Ehe wird im Himmel geschlossen, und wenn man Menschen, denen die Liebe verlorengegangen ist, die nur noch in Gleichg\u00fcltigkeit oder sogar Abneigung zusammenleben, die Scheidung so schwermacht, dann ist das ein Sieg des Dogmas, des Buchstabenglaubens \u00fcber die Liebe.<\/p>\n<p>Es ist ein dunkler Fleck, der leider und unn\u00f6tigerweise einen Schatten auf die letzten Jahrzehnte der katholischen Kirche wirft. Aber ist damit auch schon das Pontifikat Benedikts XVI. in ein schlechtes Licht ger\u00fcckt?<\/p>\n<p>Keineswegs.<\/p>\n<p>Die Haltung der Kirche zu Ehe und Familie hat Benedikt &#8211; leider &#8211; \u00fcbernommen und nicht korrigiert. Aber er hat zum ersten Mal der <em>Vernunft<\/em> neben der <em>caritas<\/em> einen gro\u00dfen, wenn nicht den wichtigsten Platz innerhalb des Glaubens zugewiesen. F\u00fcr ihn ist die Vernunft ein kostbares Gottesgeschenk, und weil sie das ist, hat man auch als gl\u00e4ubiger Mensch die Pflicht, von ihr Gebrauch zu machen. Also: kein <em>credo quia absurdum<\/em> mehr, und auch keine dumpfe Fr\u00f6mmelei.<\/p>\n<p>Das ist schon jetzt das entscheidende Verm\u00e4chtnis seines Pontifikats. Ob es auch von seinem Nachfolger aufgenommen wird, der vielleicht aus S\u00fcdamerika oder Afrika (oder nach langer Tradition doch wieder aus Italien) kommen wird, wird man sehen. Aber zumindest in diesem wichtigen, auch in der Auseinandersetzung mit dem erstarkenden (und leider intellektuell eher unbedarften) Holzhammer-Atheismus wichtigen Punkt hat er ein Zeichen gesetzt.<\/p>\n<p>Ich merke gerade, da\u00df mein kleiner Artikel schon wie ein Nachruf klingt, und ein Nachruf auf das Pontifikat mag ja auch jetzt schon erlaubt sein.<\/p>\n<p>Dem Menschen Joseph Ratzinger w\u00fcnsche ich aber, da\u00df er noch genug Zeit f\u00fcr einen Lebensabend bei einigerma\u00dfen guter Gesundheit hat. Vielleicht gelingt es ihm ja sogar noch, das eine oder andere Buch zu schreiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nachricht ist f\u00fcr alle \u00fcberraschend gekommen. Ist es eine gute oder eine schlechte Nachricht? F\u00fcr alle, die an &#8222;Katholikenphobie&#8220; leiden (ein zutreffendes, aber sprachlich nicht sehr gelungenes Wort von Kardinal Meisner), ist es sicher eine gute Nachricht. 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