{"id":8015,"date":"2013-02-10T00:01:42","date_gmt":"2013-02-09T23:01:42","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=8015"},"modified":"2013-02-10T17:13:18","modified_gmt":"2013-02-10T16:13:18","slug":"die-vergottlichung-der-patchworkfamilie-durch-die-vorsitzende-renate-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=8015","title":{"rendered":"Die Verg\u00f6ttlichung der Patchworkfamilie durch die Vorsitzende Renate (Teil 2)"},"content":{"rendered":"<p>In einem Gastkommentar in der F.A.Z. (<a title=\"hier\" href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/fremde-federn-renate-kuenast-zeit-fuer-einen-paradigmenwechsel-in-der-familienpolitik-12054843.html\">hier<\/a> nachzulesen) hat Renate K\u00fcnast ihre schlichten Ansichten \u00fcber die gr\u00fcne Familienpolitik zusammengetragen. In meinem <a title=\"gestrigen Artikel\" href=\"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=8004\">gestrigen Artikel<\/a> habe ich mit der Widerlegung begonnen &#8211; hier ist nun die Fortsetzung.<\/p>\n<p>Nehmen wir einmal diesen Satz:<\/p>\n<blockquote><p>Noch immer gibt der Staat \u00fcber Steuern und Sozialversicherungssysteme Anreize in Milliardenh\u00f6he, die das alte Leitbild subventionieren. Damit wird Frauen und M\u00e4nnern ein System von gestern aufgedr\u00e4ngt, das zur Lebenswirklichkeit von heute nicht mehr passt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Staat subventioniert also &#8222;das alte Leitbild&#8220;? Unverfrorener kann man die Wirklichkeit nicht verf\u00e4lschen. Hier wird wieder der Popanz vom <em>alten Weltbild<\/em> (das &#8222;Heimchen am Herd&#8220; usw.) hervorgeholt, das nat\u00fcrlich gleich als &#8222;System von gestern&#8220; diffamiert wird. Dem stellt K\u00fcnast, wie man es von solchen Ideologinnen und Ideologen gew\u00f6hnt ist, die &#8222;Lebenswirklichkeit von heute&#8220; gegen\u00fcber. Zwischen dem, was <em>wirklich<\/em>, und dem, was <em>w\u00fcnschenswert<\/em> ist, macht sie keinen Unterschied mehr. Aus der Not wird flugs eine Tugend gemacht, und Patchwork, Alleinerziehende und <em>rainbow people<\/em> bev\u00f6lkern ein irdisches Paradies. Nur <em>eine<\/em> Form des Zusammenlebens wird aus dem K\u00fcnastschen Paradies mit harter Hand vetrieben: die ganz normale Familie.<\/p>\n<p>Eine ganz normale Familie besteht aus Vater, Mutter und Kindern. Was aber wird nun aus den Kindern? Da\u00df sie nicht daheim von ihrer Mutter oder ihrem Vater erzogen werden, das steht f\u00fcr K\u00fcnast fest, denn das geh\u00f6rt (so w\u00f6rtlich) zur &#8222;Lebenswirklichkeit des 21. Jahrhunderts&#8220;. Das w\u00e4re ja auch noch sch\u00f6ner, wenn sich Eltern um ihre eigenen Kindern k\u00fcmmern w\u00fcrden &#8211; gell, Renate?<\/p>\n<p>Aber lesen wir weiter, was K\u00fcnast zu sagen hat:<\/p>\n<blockquote><p>Zu einer modernen Familienpolitik geh\u00f6rt es auch, Strukturen zu schaffen, die Eltern entlasten. Kinder brauchen die besten Bildungs- und Betreuungseinrichtungen. Vielfach ist das Ergattern eines Krippenplatzes jedoch so wahrscheinlich wie ein Lottogewinn. Damit jedes Kind eine Chance bekommt und Eltern, die arbeiten gehen, ihr Kind gut betreut wissen, brauchen wir jetzt eine Ausbau- und Qualit\u00e4tsoffensive in der Kinderbetreuung. Nur so kann die Vereinbarkeit von Beruf und Familie vom permanenten Ausnahmezustand zum Normalfall werden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Balken biegen sich, wenn man das liest. Seit vielen Jahren werden von Bund, L\u00e4ndern und Kommunen Unsummen von Geldern in die &#8222;Fremdbetreuung&#8220; von Kindern gesteckt (Krippen, Kitas, Horte usw.) Eltern, die ihre Kinder selbst erziehen, bleiben seit Jahrzehnten am Rande des Existenzminimums.<\/p>\n<p>Kinder, sagt Frau K\u00fcnast (ich wei\u00df nicht, ob sie selbst Kinder hat), brauchen &#8222;die besten Bildungs- und Betreuungseinrichtungen&#8220;. Ja, wirklich? Brauchen sie die? Vielleicht. Aber vor allem, liebe Frau K\u00fcnast, brauchen sie erst einmal Vater und Mutter, die ihnen Geborgenheit und Grundvertrauen geben. Ohne dieses Grundvertrauen sind selbst die besten &#8222;Betreuungseinrichtungen&#8220; f\u00fcr die Katz. Ich wei\u00df, das geht nicht immer, V\u00e4ter verschwinden manchmal, und die Liebe kann verlorengehen. Aber soll das ein Grund sein, die Notl\u00f6sungen dann zu einem Ideal hochzujubeln?<\/p>\n<p>Ob wir es nun biologisch, kulturell oder historisch sehen: Ehe und Familie geh\u00f6ren zu den gr\u00f6\u00dften Errungenschaften der menschlichen Geschichte. Das dumme Marketinggeschw\u00e4tz von einer &#8222;Qualit\u00e4tsoffensive in der Kinderbetreuung&#8220; sollte Frau K\u00fcnast ruhig den einschl\u00e4gigen Werbeagenturen \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf soll, sagt sie, zum Normalfall werden. Nat\u00fcrlich! Aber erst, wenn das Kind bereit f\u00fcr das Abenteuer des Lebens ist, also im Kindergartenalter. Kinderkrippen f\u00fcr ein- und zweij\u00e4hrige Kinder sind nichts weiter als ein Kotau vor den Interessen der Wirtschaft. Sie schaden den Kindern, und sie schaden den Eltern. Sie nehmen den kleinen Kindern Vater und Mutter zu einem Zeitpunkt, wo sie nichts dringender brauchen als die Eltern, um das unersetzliche Grundvertrauen zu entwickeln. Ein- und zweij\u00e4hrige Kinder brauchen keine K\u00fcnastsche &#8222;F\u00f6rderung&#8220;, sie brauchen erst einmal nur die Zuwendung und die Liebe ihrer Eltern.<\/p>\n<p>Alles andere kommt sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Wer, wie K\u00fcnast, allen Ernstes von einer &#8222;\u00fcberbordenden Ehef\u00f6rderung&#8220; spricht, obwohl seit vielen Jahren fast die ganzen \u00f6ffentlichen Gelder in die Einrichtung von &#8222;Betreuungseinrichtungen&#8220; gesteckt werden, mu\u00df sich schon fragen lassen, ob er noch ganz bei Troste ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Gastkommentar in der F.A.Z. (hier nachzulesen) hat Renate K\u00fcnast ihre schlichten Ansichten \u00fcber die gr\u00fcne Familienpolitik zusammengetragen. In meinem gestrigen Artikel habe ich mit der Widerlegung begonnen &#8211; hier ist nun die Fortsetzung. 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