{"id":6904,"date":"2012-10-05T01:04:44","date_gmt":"2012-10-04T23:04:44","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=6904"},"modified":"2012-10-05T11:00:05","modified_gmt":"2012-10-05T09:00:05","slug":"angela-merkel-und-die-altersarmut","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=6904","title":{"rendered":"Angela Merkel und die Altersarmut"},"content":{"rendered":"<p>Die Kanzlerin meinte auf dem &#8222;Demographiegipfel&#8220; der Bundesregierung zum Thema Altersarmut lapidar: da m\u00fc\u00dften L\u00f6sungen gefunden werden.<\/p>\n<p>Das stimmt &#8211; aber wir haben seit fast sieben Jahren eine Regierung Merkel, und in dieser ganzen Zeit ist der Regierung bis auf die gebetsm\u00fchlenartig wiederholte Aufforderung zur &#8222;privaten Vorsorge&#8220; nichts, aber auch gar nichts eingefallen. Das Thema war tabu &#8211; bis Ursula von der Leyen es auf die Tagesordnung gesetzt hat. Da hat man im Kabinett und in den Regierungsparteien nicht mit Dankbarkeit, sondern sehr pikiert reagiert.<\/p>\n<p>Die Sache mit der &#8222;privaten Vorsorge&#8220; hat gleich mehrere Haken.<\/p>\n<p>Einmal w\u00e4lzt man damit die ganze Verantwortung f\u00fcr die Folgen der gesellschaftlichen und demographischen Entwicklungen auf den Einzelnen ab. Das ist nichts anderes als die Mitt Romney&#8217;sche L\u00f6sung des Problems.<\/p>\n<p>Zum anderen ist es f\u00fcr gro\u00dfe (und immer gr\u00f6\u00dfere!) Teile der Bev\u00f6lkerung finanziell v\u00f6llig unm\u00f6glich, selbst vorzusorgen. Wie k\u00f6nnten sie auch? Vielen reicht ja nicht einmal der Vollzeitlohn zum Leben. Da ist es v\u00f6llig wirklichkeitsfremd, sie k\u00f6nnten einen Teil davon f\u00fcr die Rente anlegen.<\/p>\n<p>Und einen dritten Grund gibt es, der gegen die private Vorsorge spricht. Das ist die Erfahrung, die viele Menschen in den letzten 15 Jahren mit solchen Anlagen gemacht haben. Viele Banken haben ihnen Aktienpakete als perfekte Alterssicherung aufgeschwatzt. Vor allem durch den Zusammenbruch des Neuen Marktes, aber auch durch andere B\u00f6rsenflops in den Jahren danach haben viele gutgl\u00e4ubige Menschen einen gro\u00dfen Teil ihres Geldes verloren. Man traut deshalb den Banken nicht mehr, und was die sich in den letzten Jahren geleistet haben, best\u00e4rkt die Menschen in ihrer Meinung &#8211; zurecht. Der Verdacht n\u00e4mlich, da\u00df die Geldinstitute in der privaten Altersvorsorge nur eine weitere M\u00f6glichkeit sehen, an Kapital f\u00fcr ihre oft riskanten Gesch\u00e4fte zu kommen, ist nicht unbegr\u00fcndet. Auch deshalb sinkt die Bereitschaft zur privaten Vorsorge immer mehr.<\/p>\n<p>Seit wir unsere Bundesrepublik mit ihrer Sozialversicherung und der sozialen Marktwirtschaft haben, hat man sich wenigstens auf eines immer verlassen k\u00f6nnen: da\u00df man nach einem langen Arbeitsleben endlich Zeit f\u00fcr sich und seine Angeh\u00f6rigen hat, da\u00df man sich noch W\u00fcnsche erf\u00fcllen und das Leben ruhig ausklingen lassen kann. F\u00fcr viele ist das (neben dem Lottoschein) die einzige Hoffnung, die sie &#8211; gerade in der heutigen Arbeitswelt mit ihrem st\u00e4ndigen Leistungsdruck und den menschlich oft v\u00f6llig unqualifizierten Vorgesetzten &#8211; noch am Leben h\u00e4lt. Wenn man den Menschen auch noch die Hoffnung auf einen ausk\u00f6mmlichen Lebensabend nimmt, wird das zu sozialen und psychischen Folgen f\u00fchren, die unsere Gesellschaft an den Rand des Abgrunds bringen.<\/p>\n<p>Mit ein paar d\u00fcmmlichen Sprechblasen, etwa da\u00df hier &#8222;Kreativit\u00e4t gefragt&#8220; (Merkel) sei, ist es nicht getan. Die ganze Kreativit\u00e4t dieser Regierung wird auch in Zukunft darin bestehen, eines der gr\u00f6\u00dften sozialen Probleme unseres Landes einfach zu privatisieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kanzlerin meinte auf dem &#8222;Demographiegipfel&#8220; der Bundesregierung zum Thema Altersarmut lapidar: da m\u00fc\u00dften L\u00f6sungen gefunden werden. 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