{"id":6709,"date":"2012-09-16T00:54:33","date_gmt":"2012-09-15T22:54:33","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=6709"},"modified":"2012-09-16T08:47:47","modified_gmt":"2012-09-16T06:47:47","slug":"der-islam-und-die-toleranz-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=6709","title":{"rendered":"Der Islam und die Toleranz"},"content":{"rendered":"<p>Sagen wir es einmal ganz klar: Toleranz hei\u00dft nicht, den anderen einfach nur am Leben zu lassen. W\u00fcrde man Toleranz so definieren, dann k\u00f6nnte man etwa die osmanische Herrschaft \u00fcber gro\u00dfe Teile Europas, Vorderasiens und Nordafrikas seit dem Beginn des 15. Jahrhundert tats\u00e4chlich als einigerma\u00dfen tolerant bezeichnen. Christen und Juden wurden geduldet, soweit sie brav ihre Kopfsteuer zahlten. In manchen Gegenden konnten sie sogar eine Art Selbstverwaltung aufbauen &#8211; auch weil die Hohe Pforte gar nicht genug Beamte und Soldaten hatte, um sich um alles selbst zu k\u00fcmmern. War das also Toleranz?<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich nicht. Es war die Gnade des Herrschers, der die Ungl\u00e4ubigen in seiner Gro\u00dfz\u00fcgigkeit am Leben lie\u00df. Mit Toleranz in unserem Sinn hat das nun wirklich gar nichts zu tun. Niemand war auf Augenh\u00f6he mit dem osmanischen Herrenvolk. Trotzdem war es keine absolutistische oder gar totalit\u00e4re Herrschaft, wie man sie aus dem 20. Jahrhundert kennt. Den Juden zum Beispiel ging es im osmanischen Reich besser als in den meisten anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, und auch die Griechen hatten, solange sie die Steuern abf\u00fchrten, auf manchen Inseln einen Hauch von Freiheit.<\/p>\n<p>Aber wehe, wenn sie die <em>echte<\/em> Freiheit einforderten! Chios zum Beispiel, eine bl\u00fchende Insel, die sich dem griechischen Freiheitskampf gar nicht angeschlossen hatte, wurde im April 1822 von den Osmanen vollst\u00e4ndig verw\u00fcstet, weil sich ein paar hundert griechische Freiheitsk\u00e4mpfer dort\u00a0 eingenistet hatten. Zehntausende wurden buchst\u00e4blich abgeschlachtet, der Rest in die Sklaverei verschleppt.<\/p>\n<p>Aber Toleranz gibt es nur auf Augenh\u00f6he. Wer den &#8222;Ungl\u00e4ubigen&#8220; den Kopf abschlagen will, ist niemals tolerant. Wer auf eine &#8222;Beleidigung&#8220; der eigenen Religion mit Mord und Totschlag und Brandschatzung reagiert, sollte das Wort &#8222;Toleranz&#8220; nie mehr in den Mund nehmen. Gewaltaus\u00fcbung im Namen der Religion ist die gr\u00f6\u00dfte denkbare Gottesl\u00e4sterung, und dieser L\u00e4sterung Gottes haben sich in den letzten zwei, drei Jahrzehnten fast nur Muslime schuldig gemacht. Gehen sie deshalb in sich? Nein. Es fehlt bei ihnen fast vollst\u00e4ndig an einer Kultur der Selbstbeschauung, des Nachdenkens \u00fcber die eigene Schuld (und die kollektive Schuld der Religionsgemeinschaft). Es gibt in diesen m\u00e4nnlich dominierten Gesellschaften nichts, was dem christlichen <em>mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa<\/em> entspricht. Dem steht schon das Gebr\u00e4u aus Stolz, Ehre und Gewalt entgegen. Das christliche Credo, da\u00df der Schwache, der Kleine, der Unbedeutende am Ende st\u00e4rker ist als alle Starken, davon ist der Islam weit, weit entfernt. \u00dcbrigens haben auch die alten R\u00f6mer nur Spott und Verachtung f\u00fcr diese merkw\u00fcrdige &#8222;j\u00fcdische Sekte&#8220; gehabt, auch sie haben ja immer &#8211; wie heute die Muslime &#8211; die m\u00e4nnliche St\u00e4rke angebetet.<\/p>\n<p>Sie wurden bald eines besseren belehrt.<\/p>\n<p>Ich habe vorhin im <em>Spiegel<\/em> (<a title=\"hier\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/papst-benedikt-fordert-friedenserziehung-al-qaida-hetzt-muslime-auf-a-855988.html\">hier<\/a> nachzulesen) in einem Artikel zwei Meldungen gelesen, die den Unterschied zwischen den Religionen fast exemplarisch deutlich machen. Der 85j\u00e4hrige Papst, der sich noch einmal in den Hexenkessel des Nahen Ostens gewagt hat, fordert eine Kultur des Friedens und der Br\u00fcderlichkeit, weil die Probleme dort sonst nicht gel\u00f6st werden k\u00f6nnten. Gleichzeitig haben Muslime in Sydney mit schwarzen Fahnen demonstriert, auf denen zu lesen war: &#8222;Enthauptet all jene, die den Propheten beleidigen.&#8220;<\/p>\n<p>Es ist dieses dumpf-m\u00e4nnliche, zornige, ha\u00dferf\u00fcllte Geschrei, das hier im Westen niemand mehr h\u00f6ren will. Wer seine Freude daran hat, Ungl\u00e4ubige zu enthaupten, m\u00f6ge das in Pakistan oder Saudi-Arabien tun &#8211; in Sydney oder Ney York oder Frankfurt hat er nichts zu suchen. Wer sein Vergn\u00fcgen an der Scharia findet, kann sich eine neue Heimat gleich aus einem Dutzend oder mehr L\u00e4ndern aussuchen. Warum bleibt er in einem Land, in dem er sich unverstanden und beleidigt f\u00fchlt? Ich verstehe es wirklich nicht.<\/p>\n<p>Jedes Volk will nach seiner Fa\u00e7on leben. Ich zum Beispiel bin auch stolz auf mein Land: aber eben nicht, weil es &#8211; wie der Islam &#8211; seine Religion anderen mit Feuer und Schwert aufgezwungen hat (die Zeiten sind in Europa gottlob seit Jahrhunderten vorbei). Nein, ich bin stolz darauf, da\u00df wir es zum Beispiel gewagt haben, <em>unsere<\/em> heilige Schrift, die Bibel, der historischen Forschung auszuliefern. Die Religion hat dadurch nur gewonnen. Niemand hat bei uns einem Historiker den Kopf abgeschlagen, weil der \u00fcber Jesus etwas Ketzerisches geschrieben hat. Gerade Papst Benedikt, den viele Deutsche in letzter Zeit so unfreundlich behandeln, hat, indem er die Vernunft\u00a0 (und den Gebrauch der Vernunft!) zu einer der sch\u00f6nsten Gottesgaben erkl\u00e4rt hat, zur Vers\u00f6hnung von Glauben und Vernunft viel mehr beigetragen, als seine Gegner wahrhaben wollen.<\/p>\n<p>Zwischen einer so klugen, in Jahrhunderten gereiften geistigen Einstellung und dem rohen, gewaltt\u00e4tigen, auf einen oberfl\u00e4chlichen Ehrbegriff gegr\u00fcndeten Verhalten der Muslime, wie man es leider jetzt wieder \u00fcberall beobachten kann, liegen Welten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sagen wir es einmal ganz klar: Toleranz hei\u00dft nicht, den anderen einfach nur am Leben zu lassen. 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