{"id":6662,"date":"2012-09-11T02:13:22","date_gmt":"2012-09-11T00:13:22","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=6662"},"modified":"2012-09-11T17:33:08","modified_gmt":"2012-09-11T15:33:08","slug":"schlechte-bezahlung-wird-normal-aber-warum","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=6662","title":{"rendered":"&#8222;Schlechte Bezahlung wird normal&#8220; &#8211; aber warum?"},"content":{"rendered":"<p>Da\u00df schlechte Bezahlung normal wird, wie die <a title=\"Frankfurter Rundschau\" href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/arbeit---soziales\/niedrigloehne--schlechte-bezahlung-wird-normal,1473632,17214820.html\">Frankfurter Rundschau<\/a> titelt, l\u00e4\u00dft sich belegen. In dem Artikel hei\u00dft es:<\/p>\n<blockquote><p>Betroffen von Niedrigl\u00f6hnen seien vor allem atypisch Besch\u00e4ftigte. Dazu w\u00fcrden Teilzeit von bis zu 20 Wochenstunden, befristete Besch\u00e4ftigung, Zeitarbeit und Minijobs gez\u00e4hlt. Fast jeder Zweite (49,8 Prozent) von ihnen habe einen Niedriglohn erhalten. Besonders ausgepr\u00e4gt sei dies bei 400-Euro-Jobbern: 84,3 Prozent bekommen nur einen Niedriglohn.<\/p><\/blockquote>\n<p>Anders als uns die Regierung und die Arbeitgeberverb\u00e4nde weismachen wollen, sind diese Jobs ganz und gar nicht der Einstieg in den &#8222;normalen&#8220; Arbeitsmarkt. Ganz im Gegenteil: meist befindet man sich mit ihnen auf einem Abstellgleis. Und der prozentuale Anteil der Arbeitnehmer, die f\u00fcr solche Billigl\u00f6hne arbeiten, ist weiter gestiegen: von 18,7 % im Jahr 2006 auf jetzt 20,6 %.<\/p>\n<p>Besonders hoch ist ihr Anteil, wie man in dem Artikel liest,<\/p>\n<blockquote><p>unter Taxifahrern, Friseuren sowie im Reinigungsgewerbe. In Restaurants und Gastst\u00e4tten, W\u00e4schereien und chemischen Reinigungen sowie in Kino bek\u00e4men drei von vier Besch\u00e4ftigten einen Niedriglohn.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nun mag es ja sein, da\u00df hin und wieder ein kleiner Friseursalon, der auch noch mit steigenden Mieten zu k\u00e4mpfen hat, einfach nicht mehr zahlen <em>kann<\/em>. Aber die Regel ist wohl eher, da\u00df hier Ketten und durchaus gesunde Unternehmen auf Kosten ihrer Mitarbeiter sehr viel Geld verdienen. Das geht nur, weil gerade in den betroffenen Branchen kaum jemand gewerkschaftlich organisiert ist, was von den Unternehmen brachial ausgenutzt wird. Wenn man liest, da\u00df 87 % der Taxifahrer, 86 % der Besch\u00e4ftigten in Reinigungsbetrieben und 77 % der Arbeitnehmer in Gastst\u00e4tten Niedrigl\u00f6hne bekommen, wird doch auf erschreckende Weise klar, da\u00df hier Menschen in einer Weise ausgebeutet werden, die man lange f\u00fcr \u00fcberholt gehalten hat. Mehr als eine halbe Million Vollzeitbesch\u00e4ftigte verdienen so wenig, da\u00df sie vom Staat Hartz IV ben\u00f6tigen. Das hei\u00dft doch auf gut Deutsch: die Unternehmen w\u00e4lzen, w\u00e4hrend sie selbst gut verdienen, die Lasten auf den Staat, also auf den Steuerzahler ab. Das darf so nicht weitergehen.<\/p>\n<p>Die Bundesministerin f\u00fcr Arbeit und Soziales, Ursula von der Leyen, hat k\u00fcrzlich ausgerechnet, da\u00df ein Arbeitnehmer, der einen Durchschnittslohn von 2.500 Euro bekommt, nach 35 Arbeitsjahren eine Rente erwarten kann, die in etwa der Grundsicherung entspricht. Davon kann er nicht leben und nicht sterben. Wieviel Rente, mu\u00df man da fragen, bekommt dann jemand, der das halbe Leben lang nur f\u00fcr Billigl\u00f6hne gearbeitet hat?<\/p>\n<p>Die Rentenmodelle, die auf zus\u00e4tzlichen privaten Versicherungen beruhen, sind gerade f\u00fcr diese Arbeitnehmer ungeeignet. Sie haben schlicht und einfach nicht das Geld \u00fcbrig, die Pr\u00e4mien zu bezahlen. Hier mu\u00df man die Arbeitgeber, wenn sie denn von sich aus nicht einmal zu einem halbwegs moralischen Handeln bereit sind, von zwei Seiten aus in die Pflicht nehmen: durch einen gesetzlichen Mindestlohn und, obgleich das nicht leicht sein wird, durch eine h\u00f6here gewerkschaftliche Organisation in den Billiglohnbranchen.<\/p>\n<p>Viele Unternehmen haben sich inzwischen daran gew\u00f6hnt, ihre Mitarbeiter mit Hungerl\u00f6hnen abzuspeisen. Freiwillig werden sie damit nicht aufh\u00f6ren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da\u00df schlechte Bezahlung normal wird, wie die Frankfurter Rundschau titelt, l\u00e4\u00dft sich belegen. In dem Artikel hei\u00dft es: Betroffen von Niedrigl\u00f6hnen seien vor allem atypisch Besch\u00e4ftigte. 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