{"id":6350,"date":"2012-08-12T00:09:59","date_gmt":"2012-08-11T22:09:59","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=6350"},"modified":"2012-09-26T10:56:23","modified_gmt":"2012-09-26T08:56:23","slug":"die-armen-globalisierten-milchkuhe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=6350","title":{"rendered":"Die armen globalisierten Milchk\u00fche!"},"content":{"rendered":"<p>In den USA herrscht eine unbeschreibliche D\u00fcrre &#8211; vor allem Mais- und Sojafelder vertrocknen. Was hat das jetzt mit unseren deutschen K\u00fchen zu tun? Leider sehr viel.<\/p>\n<p>Denn unsere K\u00fche sind eigentlich gar keine <em>K\u00fche<\/em> mehr, sondern hochgez\u00fcchtete, auf maximale Milchleistung getrimmte Turbo-Milchproduzenten, die bei einem Minimum an b\u00e4uerlichem Arbeitsaufwand ein Maximum an Milch liefern sollen.<\/p>\n<p>Sind das \u00fcberhaupt noch <em>Tiere<\/em>?<\/p>\n<p>Nehmen wir einmal an, die ganze Menschheit &#8211; einschlie\u00dflich der Bauern &#8211; w\u00fcrde durch ein Virus dahingerafft. Die K\u00fche w\u00fcrden, um nicht Hungers zu sterben, die St\u00e4lle aufbrechen und auf die Weiden fl\u00fcchten. Was w\u00fcrde mit ihnen geschehen?<\/p>\n<p>Sie w\u00fcrden mitten auf den saftigen Weiden verhungern.<\/p>\n<p>Sie sind n\u00e4mlich genetisch so ver\u00e4ndert, da\u00df sie ohne st\u00e4ndige Zufuhr von Kraftfutter (Soja, Mais usw.) nicht \u00fcberleben k\u00f6nnen. Wer solche &#8222;Milchproduzenten&#8220; z\u00fcchtet, noch dazu auf einem Kontinent, der eh schon von Milch \u00fcberquillt, der ist in meinen Augen &#8211; jetzt h\u00f6re gut zu, lieber Landmann! &#8211; pervers. Wir haben diese Perversion vor vielen Jahren selbst erlebt, als wir im sch\u00f6nen Allg\u00e4u einmal mit unseren Kindern &#8222;Urlaub auf dem Bauernhof&#8220; gemacht haben. Der Hof war von Wiesen und Weiden umgeben, aber die K\u00fche standen die ganze Zeit (und vermutlich den ganzen Sommer!) im Stall. Da sind sie nat\u00fcrlich einfach zu handhaben, die Arbeitsabl\u00e4ufe vom Melken bis zum Ausmisten k\u00f6nnen automatisiert werden.<\/p>\n<p>Es geht \u00fcberhaupt nur um das wirtschaftliche Auskommen und die Bequemlichkeit des Menschen &#8211; und nicht um die Bed\u00fcrfnisse dieser klugen, neugierigen Tiere.<\/p>\n<p>Die sch\u00f6ne neue Welt der Kuh sieht so aus (zuf\u00e4lliger Fund auf einer Internetseite):<\/p>\n<blockquote><p>K\u00fche die viel Milch geben brauchen auch viele Energie-, N\u00e4hr- und Mineralstoffe. Damit diese Tiere keine Mangelerscheinungen bekommen, wird ihnen Kraftfutter verabreicht. Dieses Leistungsfutter enth\u00e4lt Getreide, Sojaschrot, Citrusexpeller noch viele andere pflanzliche Substanzen sowie Vitamine und Mineralien. Da jede Kuh einen anderen Bedarf hat, hilft hier beim F\u00fcttern modernste Computertechnik: Wenn ein Tier eine Kraftfutter-Station besucht, erkennt der Computer \u00fcber eine Antenne die Kenn-Nummer im Halsband der Kuh, schaut im Hauptrechner im B\u00fcro nach wie viel und was sie bekommt und teilt ihr dementsprechend etwas zu.<\/p><\/blockquote>\n<p>Selbst im angeblich &#8222;gentechnikfreien&#8220; \u00d6sterreich werden jedes Jahr 60.000 Tonnen Kraftfutter an die Milchk\u00fche verf\u00fcttert, die aus gentechnischem Anbau stammen (<a title=\"hier\" href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/36\/A-Schwarzbuch\">hier<\/a> nachzulesen). Das ist in der Milch nicht nachweisbar. Selbst die angebliche &#8222;Heumilch&#8220; stammt, wenn man dem Artikel in der <em>Zeit<\/em> Glauben schenkt, zum Teil von Tieren, die selbst auf der Alm ihr Kraftfutter bekommen, weil sie sonst zu wenig Milch geben w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Zu wenig Milch? Ja, w\u00e4re das nicht gut in einem Land mit einem \u00dcberflu\u00df an Milch? Es w\u00e4re gut f\u00fcr die Kuh, es w\u00e4re gut f\u00fcr das Land &#8211; aber es w\u00e4re nat\u00fcrlich nicht gut f\u00fcr den Bauern, der seinen Lebensstandard halten will. Es geht immer nur um Wirtschaftlichkeit, um die K\u00fche und um die Gesundheit des Verbrauchers geht es \u00fcberhaupt nicht.<\/p>\n<p>Dabei w\u00e4re die L\u00f6sung eigentlich ganz einfach: ein Bauer d\u00fcrfte nur soviele K\u00fche halten, wie er mit dem selbst angebauten Futter ern\u00e4hren kann. Manche Bio-Verb\u00e4nde schreiben das vor. Aber da w\u00e4re nat\u00fcrlich kein Platz mehr f\u00fcr Turbo-K\u00fche, die auf einer von Saft und Gras strotzenden Wiese verhungern m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Andererseits w\u00e4re auch keine Kuh mehr von einer Trockenheit in den USA und den hohen Sojapreisen abh\u00e4ngig. Und die Milch von K\u00fchen, die sich nur von Gras und Kr\u00e4utern ern\u00e4hren, ist &#8211; wie die Forschungsanstalt <a title=\"Agroscope\" href=\"http:\/\/www.kassensturz.sf.tv\/Nachrichten\/Archiv\/2011\/02\/01\/Themen\/Umwelt-und-Verkehr\/Mehr-Kraftfutter-schadet-der-Milchqualitaet\">Agroscope<\/a> in der Schweiz festgestellt hat &#8211; besser und ges\u00fcnder. Vor allem der Gehalt an Omega-3-Fetts\u00e4uren ist deutlich h\u00f6her.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den USA herrscht eine unbeschreibliche D\u00fcrre &#8211; vor allem Mais- und Sojafelder vertrocknen. Was hat das jetzt mit unseren deutschen K\u00fchen zu tun? Leider sehr viel. 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