{"id":5925,"date":"2012-06-27T00:27:14","date_gmt":"2012-06-26T22:27:14","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=5925"},"modified":"2012-06-27T08:31:20","modified_gmt":"2012-06-27T06:31:20","slug":"eine-piratin-kampft-gegen-das-betreuungsgeld","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=5925","title":{"rendered":"Eine Piratin k\u00e4mpft gegen das Betreuungsgeld"},"content":{"rendered":"<p>Laura Sophie Dornheim, Mitglied der Piratenpartei, durfte im Feuilleton der <em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung<\/em> (<a title=\"hier\" href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/betreuungsgeld-nennt-es-wie-ihr-wollt-es-ist-bevormundung-11797728.html\">hier<\/a> nachzulesen) sagen, warum ihrer Ansicht nach das Betreuungsgeld nur das Ziel hat, &#8222;einer ganzen Generation ein veraltetes Familienbild aufzuzwingen&#8220;.<\/p>\n<blockquote><p>Ich habe (noch) keine Kinder, meine Partei sitzt (noch) nicht im Bundestag. Aber als junge Frau, als Berufst\u00e4tige und als Piratin bin ich ein Teil der gro\u00dfen Mehrheit in diesem Land, die sich gegen das von der Regierung geplante Betreuungsgeld stellt &#8211; weil es keiner Familie hilft, weil es Steuergelder verschwendet und weil es eine politische Farce ist.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist an L\u00e4cherlichkeit kaum mehr zu \u00fcberbieten, denn es erweckt den Eindruck, als sollten die Frauen jetzt &#8222;zur\u00fcck an den Herd&#8220; gezwungen werden. In Wirklichkeit ist es gerade umgekehrt: seit vielen Jahren wird ein immer gr\u00f6\u00dferer Druck aufgebaut, um Frauen schon kurz nach der Geburt ihres Kindes wieder in das Arbeitsleben zu zwingen. Nicht wer sein Kind, kaum da\u00df es eine Beziehung zur Mutter aufgebaut hat, in die Krippe gibt, wird heutzutage diffamiert, sondern die Eltern, die es trotz gro\u00dfer finanzieller Schwierigkeiten wagen, dem Kind zu Hause einen guten Start ins Leben zu geben. \u00dcber sie wird nur noch ver\u00e4chtlich geredet und geschrieben. Das, finde ich, mu\u00df man sich aber nun wirklich nicht bieten lassen.<\/p>\n<p>Die Hetze gegen Eltern wie uns, die ihre Kinder unter gro\u00dfen Opfern (und ich wei\u00df, wovon ich rede!) vor ihrer Kindergartenzeit zu Hause erzogen haben, nimmt immer geh\u00e4ssigere Formen an. Da redet also diese Frau Dornheim, die noch gar keine Kinder hat, von einem &#8222;veralteten Familienbild&#8220;, von einem &#8222;realit\u00e4tsfernen Motto zur moralischen Erpressung junger Eltern&#8220;.<\/p>\n<blockquote><p>In meine Ausbildung habe ich viel Zeit und der Staat viel Geld gesteckt, mein Beruf ist weit mehr als Broterwerb und Quelle f\u00fcr Steuereinnahmen, er ist ein essentieller Teil meiner Identit\u00e4t. Darauf f\u00fcr mehrere Jahre verzichten zu m\u00fcssen w\u00fcrde meinem Kind eine sehr ungl\u00fcckliche Mutter bescheren.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie kann sie das wissen, wenn sie gar kein Kind hat? Sie setzt einfach <em>ihre<\/em> Priorit\u00e4t: an erster Stelle steht die Karriere, in die sie &#8222;so viel Zeit&#8220; investiert hat, und erst an zweiter Stelle kommt das Kind. Das ist legitim, und viele Frau haben gar keine andere M\u00f6glichkeit. Aber das berechtigt Frau Dornheim noch lange nicht, Frauen (und auch M\u00e4nner) ver\u00e4chtlich zu machen (und das tut sie!), die nicht der Karriere, sondern ihrem <em>Kind<\/em> die Priorit\u00e4t einr\u00e4umen. Sollen wir uns jetzt daf\u00fcr auch noch sch\u00e4men, nur weil der &#8222;fortschrittliche&#8220; Zeitgeist in eine andere Richtung weht?<\/p>\n<p>Ich denke nicht daran.<\/p>\n<p>In Deutschland fehlen, schreibt die Piratin, &#8222;rund 300000 Krippenpl\u00e4tze&#8220;. Nein &#8211; in Deutschland fehlen Eltern, die \u00fcberhaupt noch den Mut zu einem eigenen Kind haben. Kinder sind in der Lebens- und Karriereplanung nur noch ein st\u00f6rendes Element. Irgendwie m\u00f6chte man schon welche haben, aber f\u00fcr sie auf etwas verzichten, f\u00fcr sie Opfer bringen, das m\u00f6chte man nicht. Unter keinen Umst\u00e4nden! Stattdessen kommt man mit den altbackenen feministischen Argumenten des letzten Jahrhunderts, schw\u00e4rmt davon, wie viel besser es den Kleinen in der Krippe geht (soziales Lernen usw.!) &#8211; und mi\u00dfachtet alle Studien, die vor den Folgen der fr\u00fchen Trennung von Vater und Mutter warnen. (Ich werde, sobald ich Zeit dazu finde, an dieser Stelle von der bisher gr\u00f6\u00dften Studie \u00fcber Krippenkinder in den USA berichten.)<\/p>\n<p>Wie gesagt: ich wei\u00df, wie schwer es f\u00fcr Frauen (besonders f\u00fcr Alleinerziehende) oft ist, die Mutterschaft mit der Berufst\u00e4tigkeit zu verbinden. Daran ist aber nicht der Staat schuld, daran sind vor allem die Unternehmen schuld, die &#8211; in Deutschland noch viel mehr als in anderen L\u00e4ndern &#8211; v\u00f6llig desinteressiert an dem Problem sind und die Sache einfach zu einem Privatproblem erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Es gibt viele F\u00e4lle, in denen man &#8211; leider! &#8211; an der Krippe nicht vorbeikommt. Aber mu\u00df man sie dann gleich zu einer wunderbaren und segensreichen Einrichtung hochstilisieren? Nicht nur die Kinder leiden durch die viel zu fr\u00fche Trennung von den Eltern, auch die Eltern selbst leiden darunter, da bin ich sicher. Sch\u00f6nreden kann man sich nat\u00fcrlich alles, aber ich kann mir nicht vorstellen, da\u00df man ein Wunschkind in die Welt setzt, um es dann schon im ersten oder zweiten Lebensjahr nur noch stundenweise zu sehen.<\/p>\n<p>Deshalb bin ich strikt dagegen, da\u00df man immer mehr Geld in Kinderkrippen steckt. Der <em>Kindergarten<\/em> ist wirklich wichtig, er ist f\u00fcr ein Kind der erste Schritt hinaus ins Leben, und er kommt, was die sozialen Kontakte des Kindes betrifft, zum rechten Zeitpunkt. Die <em>Kinderkrippe<\/em> kommt daf\u00fcr viel zu fr\u00fch, sie dient nur dem beruflichen Fortkommen der Eltern. Alles andere ist pure Ideologie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laura Sophie Dornheim, Mitglied der Piratenpartei, durfte im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (hier nachzulesen) sagen, warum ihrer Ansicht nach das Betreuungsgeld nur das Ziel hat, &#8222;einer ganzen Generation ein veraltetes Familienbild aufzuzwingen&#8220;. 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