{"id":5776,"date":"2012-06-12T00:23:06","date_gmt":"2012-06-11T22:23:06","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=5776"},"modified":"2012-06-12T00:23:06","modified_gmt":"2012-06-11T22:23:06","slug":"die-herdpramie-das-elternrecht-und-die-cdu","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=5776","title":{"rendered":"Die &#8222;Herdpr\u00e4mie&#8220;, das Elternrecht und die CDU"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt in Deutschland offenbar eine Mehrheit <em>gegen<\/em> das Betreuungsgeld &#8211; vor allem unter jungen Menschen und in den \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern. Ich bin (meine Leser wissen es) dezidiert und ohne Abstriche <em>f\u00fcr<\/em> das Betreuungsgeld. Begr\u00fcnden kann man beide Meinungen, und die Gegner scheinen durch eine neue Studie der OECD an St\u00e4rke gewonnen zu haben.<\/p>\n<p>Aber lassen wir am besten wieder einmal den durch und durch fortschrittlichen <em>Stern<\/em> sprechen, der \u00fcbrigens wie auch andere Presseorgane das b\u00f6se (und dumme) Wort &#8222;Herdpr\u00e4mie&#8220; ohne Anf\u00fchrungszeichen schreibt (<a title=\"hier\" href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/oecd-studie-herdpraemie-haelt-frauen-von-jobsuche-ab-1839258.html\">hier<\/a> nachzulesen):<\/p>\n<blockquote><p><strong>Herdpr\u00e4mie h\u00e4lt Frauen von Jobsuche ab<\/strong><br \/>\nLaut OECD-Studie tendieren besonders Frauen aus Zuwandererfamilien mit sozial schwachem Hintergrund dazu, Geld vom Staat anzunehmen und ihre Kinder zu Hause zu versorgen, statt eine Arbeitsstelle und Betreuung zu suchen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Diese Frauen haben also die Frechheit, sich <em>selbst<\/em> um ihre Kinder zu k\u00fcmmern, statt sie in &#8222;Betreuungseinrichtungen&#8220; zu stecken! Dabei wei\u00df doch jeder Psychologe, da\u00df es ein- und zweij\u00e4hrigen Kindern, die sich jeden Morgen von der Mutter (oder dem Vater) trennen m\u00fcssen und in die &#8222;Obhut&#8220; einer Betreuerin gegeben werden, viel, viel besser geht! Diese Rabenm\u00fctter rauben ihrem Kind die sozialen Kontakte, sie sind arbeitsscheu, und sie fl\u00fcchten vor ihrer Verantwortung &#8211; an den Herd.<\/p>\n<p>Kein Wunder, da\u00df der Pr\u00e4sident der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Hans Heinrich Driftmann, stinksauer ist: &#8222;Dieses Thema regt mich wirklich auf&#8220;, sagt er, denn das Reinigungsgewerbe, die Superm\u00e4rkte, die Friseurketten brauchen schlie\u00dflich dringend Frauen f\u00fcr ihre elend bezahlten Billigarbeitspl\u00e4tze:<\/p>\n<blockquote><p>Das Betreuungsgeld setze falsche Signale und halte Frauen davon ab, arbeiten zu gehen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Da sind wir jetzt also beim eigentlichen Kern der Sache. Alles andere &#8211; die wundersame Wirkung sozialer Kontakte auf das Kleinstkind, die segensreiche Integration von M\u00fcttern mit Migrationshintergrund &#8211; ist nur Brimborium. In Wirklichkeit geht es darum, fast durchweg unterbezahlte Frauen im Arbeitsmarkt zu halten.<\/p>\n<p>Wohlgemerkt: ich bin nun wirklich nicht gegen die Berufst\u00e4tigkeit von Frauen. Ich bin aber ganz entschieden daf\u00fcr, da\u00df ein kleines Kind <em>vor dem Kindergartenalter<\/em> in der Familie erzogen wird. Danach kann und soll es nach und nach die Welt erobern &#8211; erst im Kindergarten, dann in der Schule. Das ist eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Aber erst einmal mu\u00df in der Familie der Grund gelegt werden. Nur so entsteht das Urvertrauen, das dem Kind sp\u00e4ter hilft, auch schwierige Situationen in seinem Leben zu meistern.<\/p>\n<p>In der OECD-Studie geht es im \u00fcbrigen bei der Beschreibung von Risiken ausdr\u00fccklich um Kinder, die \u00e4lter als drei Jahre sind. Das hat also mit dem deutschen Modell eines Betreuungsgeldes, das nur Kinder im ersten und zweiten Lebensjahr betrifft, \u00fcberhaupt nichts zu tun. Gerade die ideologischen Gegner des Betreuungsgeldes sind da ausgesprochen geschickt, man k\u00f6nnte es auch demagogisch nennen: sie tun so, als habe man etwas gegen Kindertagesst\u00e4tten, wenn man f\u00fcr ein famili\u00e4re Betreuung vor dem dritten Lebensjahr ist. Auch der <em>Stern<\/em> erw\u00e4hnt zwar, da\u00df es in Deutschland nur um Ein- und Zweij\u00e4hrige geht, schreibt dann aber, das Betreuungsgeld<\/p>\n<blockquote><p>soll ab 2013 an Eltern gezahlt werden, die ihre Kinder nicht in einer \u00f6ffentlichen Kita betreuen lassen.<\/p><\/blockquote>\n<p>So kann man die Menschen manipulieren, die einen Artikel vielleicht nur fl\u00fcchtig lesen.<\/p>\n<p>Der finanzielle Aufwand f\u00fcr das Betreuungsgeld, das sinnvoll ist und Familien mit Kindern hilft, ist doch geradezu l\u00e4cherlich gering, wenn man ihn mit den Betr\u00e4gen vergleicht, die in Europa gerade den Banken zugeschanzt werden. Es sind <em>peanuts<\/em>, aber so wird wenigstens ein kleiner Schritt hin zu einer wirklichen Wahlfreiheit von jungen Familien gemacht. Sie sollen schlie\u00dflich die M\u00f6glichkeit haben, <em>selbst<\/em> dar\u00fcber zu entscheiden, wie sie ihre Familienplanung angehen. Das ist eben das selbstverst\u00e4ndliche <em>Elternrecht<\/em>, wie es in der vormerkelschen CDU zurecht noch hochgehalten wurde. Seit Frau Merkel Kanzlerin ist, wei\u00df niemand mehr, woran er bei der CDU ist &#8211; die Partei changiert in allen Farben, mal gr\u00fcn, mal rot, mal schwarz, und dabei hat sie, jedenfalls scheint es mir so, ihr R\u00fcckgrat verloren.<\/p>\n<p>Trotz alledem: das Elternrecht mu\u00df notfalls auch gegen die CDU durchgesetzt werden, und weder Arbeitgeber noch Parteien noch der <em>Stern<\/em> haben sich einzumischen, wenn zwei Menschen \u00fcberlegen, was f\u00fcr ihr Kind das Beste ist. Wenn aber alles Geld, das verf\u00fcgbar ist, in die Betreuungseinrichtungen gesteckt wird, kann von einer wirklichen Wahlfreiheit der Eltern keine Rede mehr sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt in Deutschland offenbar eine Mehrheit gegen das Betreuungsgeld &#8211; vor allem unter jungen Menschen und in den \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern. Ich bin (meine Leser wissen es) dezidiert und ohne Abstriche f\u00fcr das Betreuungsgeld. 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