{"id":5513,"date":"2012-05-21T13:42:13","date_gmt":"2012-05-21T11:42:13","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=5513"},"modified":"2012-05-21T14:00:38","modified_gmt":"2012-05-21T12:00:38","slug":"halts-maul-sarrazin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=5513","title":{"rendered":"Halt&#8217;s Maul, Sarrazin!"},"content":{"rendered":"<p>Es war ein selbstgemaltes Plakat, das G\u00fcnther Jauch am Anfang seiner Sendung nur f\u00fcr Sekunden zeigte. W\u00e4hrend innen im feinen Gest\u00fchl Peer Steinbr\u00fcck und Thilo Sarrazin sa\u00dfen, zeigte uns drau\u00dfen vor der T\u00fcr der linke Berliner Mob, welche Gespr\u00e4chskultur er pflegt. &#8222;Halt&#8217;s Maul&#8220;, stand da, &#8222;sonst schlagen wir zur\u00fcck!&#8220; Zur\u00fcck? Ist denn Sarrazin je handgreiflich geworden? Bei den Demonstranten soll es sich, wie man in der Presse liest, um Vertreter der Jusos und &#8222;einiger anderer Organisationen&#8220; gehandelt haben.<\/p>\n<p>Wer heute morgen die ersten Kritiken der Diskussion liest, kann nur staunen.\u00a0 Philipp Stempel von der <a title=\"Rheinischen Post\" href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/politik\/deutschland\/steinbrueck-demaskiert-sarrazin-1.2839647\">Rheinischen Post<\/a> beklagt sich dar\u00fcber, da\u00df &#8222;Deutschlands bew\u00e4hrtester Provokateur&#8220;, das &#8222;PR-Genie&#8220; Sarrazin<\/p>\n<blockquote><p>bei bester Sendezeit seine Thesen ausbreiten kann.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und das ist jetzt verboten? Merkel darf ihren uns\u00e4glichen, fast bizarren Satz &#8222;Scheitert der Euro, dann scheitert Europa&#8220; st\u00e4ndig wiederholen, aber ein Sarrazin darf ihn nicht widerlegen? Das ist eine sonderbare Sicht der Dinge. Da versteht es sich von selbst, da\u00df Sarrazin nur &#8222;banale Argumente&#8220; hat. Steinbr\u00fcck &#8222;gelingt es trefflich, Sarrazin zu demaskieren&#8220;, meint Stempel, der offenbar eine ganz andere Sendung gesehen hat als ich. Eher, finde ich, hat man gesehen, da\u00df der hochgelobte designierte Kanzlerkandidat der SPD nicht in der Lage war, auch nur ein einziges der von Sarrazin ruhig und sachlich vorgebrachten Argumente zu widerlegen.<\/p>\n<p>Auch Christoph Rybarczyk vom <a title=\"Hamburger Abendblatt\" href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/politik\/deutschland\/article2282811\/Und-jetzt-der-Euro-Sarrazin-wuetet-bei-Jauch.html\">Hamburger Abendblatt<\/a> scheint in einem Paralleluniversum fernzusehen. &#8222;Sarrazin w\u00fctet bei Jauch&#8220;, schreibt er. Ach, du lieber Gott! Hat Rybarczyk vor der Sendung vielleicht einen Joint geraucht? Oder hat er die Diskussion gar nicht gesehen? Da\u00df man dem<\/p>\n<blockquote><p>populistischen Provokateur Sarrazin wieder ein Forum bietet \u2013 eine Schande f\u00fcr die \u00f6ffentlich-rechtlichen Sender, finden viele.<\/p><\/blockquote>\n<p>Viele? Es sind doch immer dieselben, und sie kommen mit ihren reflexhaften, gebetsm\u00fchlenartigen Reaktionen alle aus derselben Ecke: K\u00fcnast, Trittin, Sch\u00e4uble. Das nicht zu \u00fcbersehende &#8222;Halt&#8217;s Maul&#8220;-Plakat \u00fcbergeht Rybarczyk mit Stillschweigen, er erw\u00e4hnt nur ein Schild mit der Aufschrift &#8222;Nein zu Rassismus&#8220;. Hat zwar nichts mit dem Thema zu tun, aber &#8222;gegen Rassismus&#8220; und &#8222;f\u00fcr den Weltfrieden&#8220; klingt f\u00fcr schlichte Gem\u00fcter immer gut. Sarrazin &#8222;behauptet&#8220;, er sei Europ\u00e4er, Steinbr\u00fcck &#8222;platzt der Kragen&#8220;. Der ganze Artikel ist bis in die einzelnen W\u00f6rter ein Musterbeispiel f\u00fcr demagogischen Meinungsjournalismus.<\/p>\n<p>Der <a title=\"Stern\" href=\"http:\/\/www.stern.de\/kultur\/tv\/tv-kritik-guenther-jauch-sarrazin-lehrt-uns-pr-vom-feinsten-1830029.html\">Stern<\/a> findet bei Sarrazin &#8222;krude Formulierungen und Thesen&#8220;, die Fakten in seinem Buch sind nat\u00fcrlich &#8222;scheinbar&#8220;. Nakissa Salavati von der <a title=\"S\u00fcddeutschen Zeitung\" href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/tv-kritik-zu-guenther-jauch-wie-sarrazin-mit-steilen-thesen-an-steinbrueck-scheitert-1.1362151\">S\u00fcddeutschen Zeitung<\/a> hat verbl\u00fcffenderweise gesehen, &#8222;wie Sarrazin an Steinbr\u00fcck scheitert&#8220;. Die Zuschauer wollten, liest man da, &#8222;ganz viel gute Laune sehen&#8220;, aber Sarrazin &#8222;jongliert lieber eine Stunde lang mit Zahlen&#8220;. Bei der S\u00fcddeutschen sind Schwarz und Wei\u00df klar verteilt:<\/p>\n<blockquote><p>Gesunder Menschenverstand versus Faktenverliebtheit, Optimismus versus\u00a0Endzeitstimmung.<\/p><\/blockquote>\n<p>Selbst Nils Minkmar von der <a title=\"F.A.Z.\" href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien\/faz-net-fruehkritik-jede-schnappatmung-unterdrueckt-11758328.html\">F.A.Z.<\/a> meint zu Sarrazin:<\/p>\n<blockquote><p>Am Ende der Sendung stand der nach eigener Selbstdarstelllung so rationale, auf Fakten und Daten bezogene Fachmann als der eigentlich Sentimentale da, der seinen Vorurteilen und Emotionen freien Lauf l\u00e4sst.<\/p><\/blockquote>\n<p>Man kann, wenn man all dies liest, nur mit dem Kopf sch\u00fctteln. Die <a title=\"Frankfurter Rundschau\" href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/tv-kritik\/guenther-jauch-selbstausgeloester-ausnahmezustand,1473344,16078626.html\">Frankfurter Rundschau<\/a> immerhin, das sei zur Ehre des deutschen Journalismus erw\u00e4hnt, stellt fest:<\/p>\n<blockquote><p>Es ist ja dann auch ein sehr sachliches Gespr\u00e4ch gewesen, das die beiden gef\u00fchrt haben \u2013 jenseits aller Aufgeregtheiten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Genauso war es. Ein Wort nur noch zu G\u00fcnther Jauch. Er hat manchmal den Eindruck erweckt, als sei es eine Ehre f\u00fcr Sarrazin, da\u00df er seine Meinung darlegen d\u00fcrfe. Nein &#8211; das ist keine Ehre. Es ist eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Und Journalisten, das nur nebenbei, sollten sich freuen, wenn sich endlich einmal jemand findet, der den &#8222;kruden Thesen&#8220; der Kanzlerin, die in ihrer schlichten Art Europa immer wieder mit dem Euro gleichsetzt, entschlossen und sachkundig widerspricht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war ein selbstgemaltes Plakat, das G\u00fcnther Jauch am Anfang seiner Sendung nur f\u00fcr Sekunden zeigte. 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