{"id":5396,"date":"2012-05-12T16:43:09","date_gmt":"2012-05-12T14:43:09","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=5396"},"modified":"2012-05-13T08:32:15","modified_gmt":"2012-05-13T06:32:15","slug":"enoch-zu-guttenberg-verlast-den-bund","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=5396","title":{"rendered":"Enoch zu Guttenberg verl\u00e4\u00dft den BUND"},"content":{"rendered":"<p>Falls Sie die F.A.Z. von heute noch an einem Kiosk bekommen &#8211; unbedingt kaufen! Im Feuilleton findet sich ein Artikel, den Sie lesen sollten, ob Sie die Windkraft m\u00f6gen oder nicht. Enoch zu Guttenberg, neben Grzimek, Weinzierl und Gruhl einer der Mitbegr\u00fcnder des BUND, verl\u00e4\u00dft seinen Verband, mit Trauer, aber auch mit Wut. Beides teile ich, beides kann ich verstehen. In dem F.A.Z.-Artikel schildert er seine Gr\u00fcnde. (Der Beitrag ist leider online nur gegen eine Geb\u00fchr von 1 Euro abzurufen.)<\/p>\n<p>Es sind die Schandpf\u00e4hle der neogr\u00fcnen Industriekultur, die Enoch zu Guttenberg\u00a0 zu diesem dramatischen Schritt bewogen haben: die Windr\u00e4der.<\/p>\n<p>Deutschland besteht, wie zu Guttenberg zurecht schreibt,<\/p>\n<blockquote><p>aus einer in Jahrtausenden gewachsenen, geformten Landschaft, einem singul\u00e4ren Reichtum zivilisatorischer Strukturen und historischer Substanz.<\/p><\/blockquote>\n<p>Es geht also nicht mehr um irgendwelche Industriegebiete, die eh schon verschandelt sind und das Auge beleidigen, sondern um<\/p>\n<blockquote><p>die Kernregionen deutscher Geschichte und Kultur, um Landschaftsschutzgebiete, bislang sorgsam bewahrte Kulturr\u00e4ume und Ensembles, die man um unseres unstillbaren Energiehungers willen im Verein mit den unsagbaren Photovoltaik-Untaten auf den D\u00e4chern alter Ortsgef\u00fcge, in ihrer Identit\u00e4t, in ihrem Wert hinrichtet und vernichtet.<\/p><\/blockquote>\n<p>So ergibt sich, wie er schreibt, in vielen Bundesl\u00e4ndern &#8222;das Elendsbild eines besetzten, seiner selbst beraubten Landes&#8220;. Selbst in seinem Bayern, das er vor diesem Schicksal bewahren m\u00f6chte, sollen s\u00e4mtliche Mittelgebirge und sogar die Alpengipfel mit diesen Monstern vollgestellt werden &#8211; eine Barbarei fast unvorstellbaren Ausma\u00dfes.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich hat er seine Bedenken dem BUND mitgeteilt. Er erhielt als Antwort einen oberlehrerhaften Hinweis auf den viel gef\u00e4hrlicheren Stra\u00dfenverkehr und die Versicherung,<\/p>\n<blockquote><p>dass es aktuell keine Daten gibt, die in Deutschland eine Gef\u00e4hrdung von Populationen von Tier- und Pflanzenarten nahelegen oder belegen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und dann kommt ein Satz, der zeigt, wie weit es mit dem BUND inzwischen gekommen ist. Zur Diskussion um die Windkraft schreibt der BUND:<\/p>\n<blockquote><p>Landschaftsschutz kann dabei nur ein Unter-Argument in der Abw\u00e4gung sein. Schon immer pr\u00e4gte der Mensch massiv seine Umwelt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Diesen Satz nennt Enoch zu Guttenberg v\u00f6llig zurecht &#8222;unfa\u00dfbar&#8220;. Aus Natursch\u00fctzern (das ist jetzt meine Interpretation)\u00a0 sind lavierende Politiker und Verbandsb\u00fcrokraten, aus Freunden der Natur sind ihre Zerst\u00f6rer geworden. Wer &#8222;zukunftsweisende Bau\u00e4sthetik&#8220; (so nennt es ein Hersteller tats\u00e4chlich) mitten in die sch\u00f6nsten Landschaften setzen l\u00e4\u00dft und die zerfetzten V\u00f6gel und Flederm\u00e4use damit rechtfertigt, der Autoverkehr sei f\u00fcr die Tiere ja <em>noch viel gef\u00e4hrlicher<\/em>, dem ist alles zuzutrauen &#8211; nur nicht, da\u00df er noch ein Gesp\u00fcr f\u00fcr die Natur hat.<\/p>\n<p>Die Basis denkt differenzierter als die Verbandsf\u00fchrung, das wei\u00df ich &#8211; aber was hilft&#8217;s? Der Schaden, den ihre F\u00fchrung durch ihre Nibelungentreue zur &#8222;Energiewende&#8220; anrichtet, ist kaum wieder gutzumachen.<\/p>\n<p>Aber h\u00f6ren wir, was Enoch zu Guttenberg am Ende schreibt. Ihm bleibe, sagt er, in Anspielung auf den &#8222;Krieg der Welten&#8220; von H.G. Wells,<\/p>\n<blockquote><p>nur ein vage Hoffnung: dass die Invasion der Riesen vom Berge doch noch am verschwindend Kleinsten dieser Welt, n\u00e4mlich an der Mikrobe menschlicher Vernunft, verenden k\u00f6nnte. Diese Hoffnung aber gebe ich &#8211; wider besseres Wissen &#8211; nicht auf.<\/p><\/blockquote>\n<p>Es ist ein Kampf, der verloren scheint, weil er (und zwar fast buchst\u00e4blich!) ein Kampf gegen Windm\u00fchlen ist. Man lebt in einem Land, das sich in einem Zustand des Rauschs, der fortgesetzten Trunkenheit befindet. Aber jeder Rausch geht einmal zu Ende, und ich m\u00f6chte nicht ganz ausschlie\u00dfen, da\u00df danach doch noch Vernunft einkehrt. Ja, es ist eine Hoffnung wider besseres Wissen. Aber ich gie\u00dfe dieses zarte Pfl\u00e4nzchen Hoffnung, solange ich kann, und ich freue mich, da\u00df ein so prominenter Mann wie Enoch zu Guttenberg heute in der F.A.Z. ein Zeichen gegen die Barbarei gesetzt hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Falls Sie die F.A.Z. von heute noch an einem Kiosk bekommen &#8211; unbedingt kaufen! Im Feuilleton findet sich ein Artikel, den Sie lesen sollten, ob Sie die Windkraft m\u00f6gen oder nicht. 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