{"id":5171,"date":"2012-04-24T00:05:02","date_gmt":"2012-04-23T22:05:02","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=5171"},"modified":"2012-04-24T00:05:02","modified_gmt":"2012-04-23T22:05:02","slug":"studenten-studentinnen-studierende-und-studentinnen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=5171","title":{"rendered":"Studenten, Studentinnen, Studierende und StudentInnen"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe in gl\u00fccklichen Zeiten studiert &#8211; da wu\u00dfte man n\u00e4mlich noch, da\u00df in dem Wort &#8222;Studenten&#8220; beide Geschlechter sprachlich einbegriffen sind (genau wie in &#8222;Sch\u00fcler&#8220; oder &#8222;Kollegen&#8220;). Auf dem Gender-Kriegsschauplatz also schwiegen noch die Waffen, und der Feminismus hatte Wichtigeres zu tun, als sich um die scheinbar korrekte (in Wirklichkeit abstruse) Durchsetzung weiblicher Sprachformen zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Wenn ich heute \u00fcber den alten, fast schon aufgegebenen Campus der Frankfurter Goethe-Universit\u00e4t gehe, st\u00f6re ich mich jedes Mal an dem &#8222;Studierendenhaus&#8220;. Nicht nur weil es au\u00dfen h\u00e4\u00dflich beschmiert und innen &#8211; na, sagen wir: nicht gerade besenrein ist (wir sind einmal entsetzt aus dem verwahrlost wirkenden Haus gefl\u00fcchtet, als dort ein japanisches Filmfestival stattfinden sollte), nein, ich \u00e4rgere mich am meisten \u00fcber die sprachliche Scheu\u00dflichkeit dieses Wortes: &#8222;Studierendenhaus&#8220;. Weil sie in ihrer Unbedarftheit nicht verstehen, da\u00df das Wort &#8222;Studenten&#8220; beide Geschlechter umfa\u00dft (und weil sie ganz, ganz korrekt sein wollten!), haben sie sich dieses Wort-Monstrum ausgedacht.<\/p>\n<p>Und das an\u00a0 einer Universit\u00e4t, die den Namen Goethes tr\u00e4gt!<\/p>\n<p>Genauso bescheuert ist der &#8222;Auszubildende&#8220;, der vor langer Zeit den &#8222;Lehrling&#8220; abgel\u00f6st hat. \u00d6sterreich und die Schweiz haben diesen Unfug, der durch Koseformen wie <em>Azubi<\/em> auch nur leicht abgemildert wird, nicht mitgemacht &#8211; dort gibt es immer noch Lehrlinge. Warum auch nicht!<\/p>\n<p>Schlimmer noch als die &#8222;Studentinnen und Studenten&#8220; sind aber die &#8222;StudentInnen&#8220;. Sie sind wirklich &#8211; wenn der saloppe Ausdruck erlaubt ist &#8211; des (sprachlichen) Wahnsinns fette Beute. Aussprechen kann man das Wort n\u00e4mlich, so wie es gemeint ist, also <em>genderneutral<\/em>, nicht &#8211; da klingt es genau wie die weibliche Form. Aber auch geschrieben ist es beim fl\u00fcchtigen Lesen kaum davon zu unterscheiden. Diese Schreibweise ist eine der gr\u00f6\u00dften Sprachdummheiten unserer Zeit, wie \u00fcberhaupt der ganze Gender-Unfug (ich erinnere nur an die <em>Bibel in gerechter Sprache<\/em>) mit den Ma\u00dfst\u00e4ben der menschlichen Vernunft nicht mehr zu fassen ist.<\/p>\n<p>Dieses ganze sprach- und vernunftwidrige Benennen hat sich nur durchsetzen k\u00f6nnen, weil auch die Politiker &#8211; von der kommunalen Ebene bis hinauf in die Spitzenpositionen &#8211; kein Sprachgef\u00fchl mehr haben. Sie reden, ohne dabei rot zu werden, von D\u00fcsseldorferinnen und D\u00fcsseldorfern, von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern, von W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hlern &#8211; und finden das wahrscheinlich auch noch <em>wichtig<\/em>, <em>richtig<\/em> und <em>hilfreich<\/em>.<\/p>\n<p>Ich aber wende mich mit Grausen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe in gl\u00fccklichen Zeiten studiert &#8211; da wu\u00dfte man n\u00e4mlich noch, da\u00df in dem Wort &#8222;Studenten&#8220; beide Geschlechter sprachlich einbegriffen sind (genau wie in &#8222;Sch\u00fcler&#8220; oder &#8222;Kollegen&#8220;). 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